29-Jährige starb an Überdosis Substitol: Salzburger vor Gericht

Salzburg – Der Tod einer 29-jährigen Salzburgerin nach einer Injektion mit dem Drogenersatzstoff Substitol ist heute, Donnerstag, bei einem ...

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(Symbolfoto)
© APA/Georg Hochmuth

Salzburg – Der Tod einer 29-jährigen Salzburgerin nach einer Injektion mit dem Drogenersatzstoff Substitol ist heute, Donnerstag, bei einem Schöffenprozess (Vorsitz: Richterin Ilona Schalwich-Mozes) am Landesgericht Salzburg einem 32-jährigen Salzburger zur Last gelegt worden. Er soll seiner Freundin im August 2011 zwei Spritzen injiziert und dadurch ihren Tod herbeigeführt haben. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig. Ob heute ein Urteil ergeht, steht noch nicht fest.

Die verabreichte Lösung habe zwischen 36 und 142 Milligramm reines Morphin enthalten, sagte Staatsanwalt Andreas Allex. „Die Frau starb an einer Vergiftung durch Mischintoxikation, das ist durch ein Gutachten belegt.“ Der sechsmal einschlägig vorbestrafte Mann sei noch am Tag seiner Entlassung aus der Justizanstalt Suben (OÖ), wo er eine Freiheitsstrafe verbüßt habe, zu der Salzburgerin gefahren und habe ihr auf deren Wunsch zwei Spritzen besorgt, erläuterte Allex.

Der arbeitslose Beschuldigte beteuerte, er habe der 29-Jährigen am Abend des 5. August nur einmal eine Spritze gesetzt. Die zweite habe sie sich selber verabreicht. Er selbst habe sich einen Teil der Lösung injiziert. „Am nächsten Morgen bin ich aus der Wohnung gegangen, ich habe sie noch schlafen lassen.“ Als er am 6. August zurückkehrte, war die Frau tot. „Im Schock habe ich die Feuerwehr gerufen.“

Verteidigerin Karin Sonntag erklärte, dass insgesamt sechs Einwegspritzen in der Wohnung lagen, „eine war noch ungebraucht“. Es sei durchaus möglich, dass die Frau nach dem Aufwachen sich selbst ein Suchtmittel gespritzt habe, „oder es wurde ihr durch andere Personen verabreicht“. Die Menge, die der Angeklagte der Frau verabreicht hat, „war nicht tödlich“. Opferanwalt Stefan Rieder beantragte 2.000 Euro an Teilschmerzensgeld für eine Angehörige der Toten. (APA)


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