Noch mehr Facebook und Android-Verwandlungen

Facebook will Android-Smartphones in Facebook-Handys verwandeln und ruft damit in Erinnerung, dass Androiden enorm wandelbar sind.

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Von Georg Holzer

San Francisco –Lange war über ein eigenes Facebook-Handy spekuliert worden. Letzte Woche wurde es vorgestellt: Genauer gesagt wurde die Android-App „Face­book Home“ präsentiert. Damit verwandelt sich jedes Android-Smartphone in ein Facebook-Handy. Das soziale Netzwerk übernimmt mit der App de facto die Kontrolle über das Funktionieren des Handys, tauscht Apps wie Bedienelemente aus und sorgt so für „die beste Facebook-Erfahrung“ überhaupt. Freilich: Ob man dies will, sei dahingestellt (siehe Kommentar unten). „Home“ könnte jedoch Google und Apple wachrütteln, denn ein nackter Sperrbildschirm und endlose Icon-Listen wirken zunehmend langweilig.

Schon beim Einschalten begrüßt „Facebook Home“ seinen Nutzer nicht mit dem blanken Sperrbildschirm, sondern den letzten Fotos von Freunden. Ein weiteres Kernstück ist der Nachrichtendienst, der den Facebook-Messenger mit der SMS-App verbindet. Erhält man eine Nachricht, taucht ein rundes Bild des Absenders (der so genannte „Chat Head“) am Bildschirm auf. Zum Antworten muss man die jeweilige App nicht verlassen. An beinahe jeder Stelle im System warten drei Buttons zum Erstellen einer Statusnachricht, zum Einchecken an einem Ort oder zum Hochladen eines Fotos. Eher versteckt dagegen sind alle anderen Apps, die es auch weiterhin gibt.

„Home“ erscheint am 12. April für eine beschränkte Anzahl an Smartphones. Die Installation über den Play Store von Google funktioniert vorerst nur am HTC One X, Samsung Galaxy S III sowie am Samsung Galaxy Note II. Mit dem HTC First erscheint zudem ein Smartphone, das „Home“ vorinstalliert anbietet. Facebook will jeweils am 12. des Monats ein Update bringen, das neue Funktionen enthält und weitere Smartphones unterstützt. iPhones bleiben außen vor, weil Apple eine solch tiefe Integration in sein Betriebssystem verbietet.

Um all das möglich zu machen, musste Facebook nicht einmal tief in Android eindringen. Das Prinzip des Austauschs der Benutzeroberfläche wird schon länger genutzt. Es sind so genannte Launcher-Apps, die Android mehr Funktionalität geben. Früher, als Android noch hässlich war, dienten sie zudem zur Behübschung des Smartphones. Beliebt sind Launcher-Apps auch, weil damit viel Ballast der originalen Benutzeroberfläche der Handyhersteller (HTC Sense, Samsung TouchWiz oder Motorola Blur) über Bord gehen kann.

Die Installation dieser Launcher ist denkbar einfach: Man lädt sich die App aus dem Play Store. Drückt man nun die Home-Taste, wird man gefragt, ob man die neue Oberfläche nutzen möchte. Zum Ausprobieren wählt man „Nur diesmal“ aus. Will man ganz umsteigen, fällt die Wahl auf die Schaltfläche „Immer“.

Die Rückkehr zur originalen Oberfläche ist ebenfalls jederzeit möglich, wenngleich etwas komplizierter. Dazu wechselt man in die Einstellungen und wählt den Punkt „Apps“ aus. Dort angelangt, klickt man auf die jeweilige Launcher-App und dann ganz unten auf „Standardeinstellungen löschen“. Fertig.

Viele Launcher sind kostenlos und bieten gegen einen Aufpreis in der Pro-Version noch weitere Extras.


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