Kompakter Offroader mit Charme

Mit dem Citroën C4 Aircross möchte auch der französische Autobauer im immer noch boomenden Segment der Kompakt-SUVs mitnaschen. Den Vorsprung der anderen kompensiert man mit einer Kooperation.

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Von Lukas Letzner

Innsbruck – Eines ist ja hinlänglich bekannt: Die kompakten SUVs bilden so ziemlich die einzige Fahrzeugklasse, die in den letzten Jahren einen richtigen Boom erfährt. Dass solche hochbeinigen Grenzgänger aber unter französischer Nationalflagge anrollen, war bisher eher eine Seltenheit. Auf diesen Zug sind die Ingenieure aus Frankreich erst spät aufgesprungen, und so musste man vor allem gegenüber der deutschen Konkurrenz einiges aufholen. Um diesen Missstand so schnell wie möglich korrigieren zu können, hat man sich bei Citroën kurzer Hand fremder Hilfe bedient und so kommt es, dass der C4 Aircross mit japanischen Genen ausgestattet wurde. Er entspringt nämlich, wie auch der Peugeot 4008, einer Partnerschaft mit Mitsubishi und basiert auf dem kompakten ASX.

Als der schwarze C4 Aircross dann vor uns steht, können wir aber, trotz aller Mühe, keine Ähnlichkeit am Blechkleid ausmachen. Kein Wunder, denn jeder der drei Partner entwickelte seinen eigenen Look. Am Ende stammen lediglich die Türen und das Dach vom japanischen Schwesternmodell.

Beim hochbeinigen C4 Aircross hat sich die Arbeit der Designer jedenfalls gelohnt. Die schnittigen LED-Tagfahrleuchten und der wuchtige Doppelgrill fügen sich nahtlos in die typische Citroën-Optik ein und machen den Aircross zu einem echten Hingucker. Im Innenraum entdeckt der Kenner dann die Elemente des ASX wieder. Das Cockpit wurde weitgehend vom japanischen Vorbild übernommen und kann daher auch nicht ganz das halten, was von außen versprochen wird. Die Verarbeitung ist zwar tadellos, die Materialanmutung allerdings nur mittelmäßig.

Hinter der schicken Front unseres C4 Aircross arbeitete der 1,8-Liter-Selbstzünder des Topmodells Exclusive. Das Aggregat leistet 150 PS und stellt maximal 300 Nm zur Verfügung, welches mittels Drehknopf wahlweise an nur zwei oder alle vier Räder weitergegeben werden kann. Unsere Empfehlung ist die Einstellung auf 4WD zu belassen, da zwei Räder vor allem auf feuchter Fahrbahn mit der Kraft überfordert sind. Um den 1,6 Tonnen schweren Aircross auf Autobahntempo zu beschleunigen braucht es 11,5 Sekunden.

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Obwohl Citroën selbst einen Zweiliter-Diesel im Programm hat, stammt dieser Motor von den japanischen Kollegen. Das merkt man auch an der Laufkultur, denn der Nippon-Antrieb geht etwas kerniger ans Werk als sein französisches Pendant.

Angenehm überrascht waren wir vom Fahrwerk. Es ist komfortabel genug, um jede Unebenheit vom Fahrer fernzuhalten, und gleichzeitig straff genug, um den Fahrer auch bei schnelleren Kurvenfahrten nicht seekrank zu machen. Überzeugt hat uns der Grenzgänger auch an der Zapfsäule. Im 14-tägigen Testbetrieb genehmigte sich der Aircross 6,8 Liter. Wir finden: Das ist ein annehmbarer Wert für ein SUV.

Zu haben ist das Basismodell des Aircross übrigens ab 22.462 Euro. Die von uns gefahrene Exclusive-Ausstattung kostet aber stolze 39.689 Euro. Dafür sind dann ein Panoramaglasdach und ein Navigationssystem mit Heckkamera mit an Bord – und die Liste der verbleibenden Extras ist entsprechend kurz.


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