„Schwer depressiver“ Ex-Begas-Chef in U-Haft

Nach der Festnahme in der Nacht auf Donnerstag, wurde am Freitag wegen Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr die Untersuchungshaft über ihn verhängt.

  • Artikel
  • Diskussion

Etwa ein Jahr lang hat die Causa Simandl rund um den früheren Begas-Vorstand Rudolf Simandl Wirtschaftsprüfer, die Medien und später auch die Ermittler beschäftigt. Nach der Festnahme in der Nacht auf Donnerstag, wurde am Freitag wegen Tatbegehungs- und Verdunkelungsgefahr die Untersuchungshaft über ihn verhängt. Simandl sei „schwer depressiv“, teilte sein Anwalt Roland Kier der APA mit.

Simandl werden laut Kier „eine Reihe von Untreuehandlungen“ sowie Abgabenhinterziehung vorgeworfen. Kier hat bereits Haftbeschwerde angemeldet. Für ihn ist die Tatbegehungsgefahr nicht gegeben, da Simandl längst nicht mehr in dem Unternehmen tätig sei. Auch die Verdunkelungsgefahr „ist mir nicht nachvollziehbar“. Aufgrund der Beschwerde verlängert sich nun auch die Haftprüfungsfrist von normal 14 Tagen auf ein Monat. Die nächste Haftprüfungsfrist endet somit am 5. Mai, bestätigte das Landesgericht für Strafsachen in Wien.

Simandl befindet sich nun in der Justizanstalt Wien-Josefstadt. Es geht ihm laut seinem Verteidiger „furchtbar“. „Er leidet an schwersten Depressionen - das geht auch aus einem Gutachten der Staatsanwaltschaft hervor.“

Auch vor seiner Verhaftung in Wien war er in Behandlung. Berichte über eine Festnahme in einem Spital dementierte Kier am Freitag.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Der Ex-Begas-Chef soll unter anderem 14 Mio. Euro in Liechtenstein gehortet haben, mittlerweile sollen zehn Mio. verschwunden sein. Weiters wurde in den vergangenen Wochen bekannt, dass Simandl einen Pkw mit Gas-Gutscheinen „gekauft haben soll. Einer der größten und schwer wiegendsten Punkte dürfte die Bar-Übergabe von 1,325 Mio. Euro durch den Bauunternehmer Klaus Ortner sein.

Simandl weist alle Vorwürfe zurück. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Von der Energie Burgenland hieß es auf APA-Anfrage, dass man sich nicht dazu äußern werde. Aktuell warte man auf einen Zwischenbericht einer vom Aufsichtsrat beschlossenen Prüfung der Vergaben in der Begas. Dieser Bericht werde für Ende April erwartet, so ein Sprecher.


Kommentieren


Schlagworte