Uni-Zugang: Unis und Ministerium wollen besser informieren

Eine Info-Offensive soll Studienanfängern dabei helfen, sich einen Überblick über die neuen Zugangsbeschränkungen in mehreren Studienfeldern zu verschaffen.

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Wien (APA) - Wissenschaftsministerium und Universitätenkonferenz (uniko) starten eine Info-Offensive über die durch den Testlauf zur Studienplatzfinanzierung ermöglichten neuen Zugangsbeschränkungen in mehreren Studienfeldern. Am 15. April starten die erstmals stattfindenden Anmeldeverfahren für potenzielle Studienanfänger in den Fächergruppen Architektur, Biologie, Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften. Alle Maturanten erhalten einen gemeinsamen Brief von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP), dazu gibt es Inserate in Printmedien sowie die aktualisierte Homepage www.studienbeginn.at .

Flächendeckende Aufnahmeverfahren gibt es nur in den beiden Fächergruppen Pharmazie und Wirtschaftswissenschaften. In der Architektur und Biologie gibt es je nach Uni unterschiedliche Vorgangsweisen: In der Architektur führen die Uni Innsbruck (290 Plätze) und die Technische Uni (TU) Graz (390 Plätze) Aufnahmeverfahren durch, die TU Wien (Architektur, Raumplanung) und die Universität für Bodenkultur (Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur) verzichten.

Ähnlich ist es in der Biologie: Die Uni Wien und die Uni Graz (gemeinsam mit der TU Graz) führen in den zum betreffenden Studienfeld gehörenden Fächern Biologie, Ernährungswissenschaften und Molekularbiologie Aufnahmeverfahren durch, die Uni Innsbruck und die Uni Salzburg dagegen nicht. In der Molekularen Biowissenschaft an der Uni Salzburg bzw. Linz gibt es ebenfalls kein Aufnahmeverfahren. Im ursprünglich ebenfalls von möglichen Beschränkungen erfassten Studienfeld Informatik verzichteten alle Unis auf Aufnahmeverfahren.

Zweistufige Aufnahmeverfahren

Alle Aufnahmeverfahren verlaufen zweistufig: Zunächst müssen die Studienwerber sich online registrieren und je nach Fach entweder ein Online-Self-Assessment durchlaufen oder ein Motivationsschreiben verfassen. Diese werden jedoch nicht bewertet - Ausnahme: „Wenn jemand nur draufschreibt: ‚Ich bewerbe mich, weil mir nichts anderes eingefallen ist‘, bitte ich um Verständnis, dass wir das nicht als Motivationsschreiben werten“, so der Vorsitzende des Forums Lehre in der uniko, Martin Polaschek, bei einer Pressekonferenz am Freitag. Gibt es nach dieser ersten Stufe mehr Bewerber als Plätze, wird eine voraussichtlich als Multiple Choice-Test konzipierte schriftliche Aufnahmeprüfung durchgeführt.

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Töchterle glaubt nicht, dass es aufgrund der von Uni zu Uni und von Fach zu Fach verschiedenen Vorgangsweisen und Fristen größere Verwirrung geben wird. „Es ist davon auszugehen, dass ein angehender Akademiker fähig ist, sich zu informieren“ - gerade in Zeiten, wo alle Infos online verfügbar seien.

Die Regelung selbst verteidigte Töchterle erneut: Diese erlaube „eine gewisse Steuerung von Studierendenströmen“: „Die Unis können erstmals unabhängig von Notfallparagrafen und anderem Stückwerk die Betreuungsverhältnisse verbessern, indem sie mehr Lehrende in den betreffenden Fächern bekommen und andererseits eine Obergrenze einziehen können.“ Kritik der Unis, dass die Mindestanzahl der anzubietenden Plätze die Kapazitäten der Hochschulen weit übersteige, verstehe er, betonte Töchterle: „Ich kann sie aber nicht teilen.“ Einerseits könne man sich einer kapazitätsorientierten Finanzierung nur schrittweise nähern, andererseits „mussten wir einen Koalitionspartner erreichen, der Zugangsregeln bisher immer abgelehnt hat“.

Töchterle kritisiert TU Wien

Erneute Kritik übte Töchterle an der TU Wien, die wegen zu hoher Mindest-Platzzahlen in allen Fächern auf Aufnahmeverfahren verzichtet hat. Die TU hätte die Möglichkeit gehabt, die Anfänger-Platzzahlen in der Architektur um 30 Prozent zu reduzieren, so Töchterle: „Sie wollten aber 50 Prozent, sie wollten das Optimum. Das haben sie nicht erreicht, und deshalb schlagen sie die Teilverbesserung aus. Solche Reaktionen sind für mich unverständlich.“

Erfolgreich sei die neue Regelung dann, wenn sich die Betreuungsverhältnisse an den Unis verbessern, so Töchterle. „Ich nehme an, dass allein durch die Notwendigkeit der Registrierung und die Selbstbeurteilung schon eine viel stärkere Reflexion über die Studienentscheidung eintritt.“ Deshalb würden sicher nicht an allen Unis in allen betroffenen Fächern tatsächlich Zulassungsprüfungen stattfinden.


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