Stronach steht schon am Wahlzettel

Mayr setzt auf Frank Stronach, die Bundesleitung der Partei auf Klagen. Die Wahlbehörde ist unter Druck.

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Von Anita Heubacher

Innsbruck –Gestern kam es wieder zum regen Schlagabtausch zwischen Innsbruck und Wien. Einmal zwischen den Stronach-Listen, und ein zweites Mal ging es um die Entscheidung der Tiroler Landeswahlbehörde.

Diese hatte, wie berichtet, am Donnerstagabend entschieden, dass der ehemalige Geschäftsführer des Team Stronach, Hans-Peter Mayr, mit seiner Liste für das Team Stronach bei den Landtagswahlen am 28. April antreten soll. Die Wahlbehörde sei überparteilich und an keine Weisungen gebunden, meinte gestern deren Vorsitzender, Landesamtsdirektor Josef Lie­ner in einer Aussendung. Zuvor hatte das Team Stronach aus Wien der Behörde „ÖVP-Lastigkeit“ unterstellt. Die ÖVP habe Interesse daran, dass eine schwache Liste Stronach antrete, erklärte Klubobmann Robert Lugar gestern erneut gegenüber der TT. „Wir lassen die Entscheidung der Landeswahlbehörde verfassungsrechtlich prüfen.“ Aus dem Innenministerium hieß es gestern, die Entscheidung der Behörde sei „nachvollziehbar“. Die Landtagswahlordnung ist allerdings Länder- und nicht Bundessache. SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim zeigte sich gestern „irritiert“. Die Behörde lasse eine Liste zu, die gar nicht von Parteigründer Stronach unterstützt werde. „Dabei wird dem Wähler etwas vorgegaukelt.“

Die Bundesleitung des Team Stronach argumentiert, „dass die Behörde die Vernunft hätte sprechen lassen müssen“. Eine „illegitime“ Liste zuzulassen, gehöre nicht dazu. Das Gesetz lasse einen Spielraum zu. „Den hätte man auch in unsere Richtung nutzen können“, meint Lugar. VP-Klubobmann Josef Geisler sieht in der Landeswahlbehörde „nicht den Schiedsrichter für die internen Probleme des Team Stronach“.

Das „Team Stronach für Tirol“ wird sich auf jeden Fall auf den Wahllisten am 28. April wiederfinden. Die Zettel sind schon gedruckt. Ob Hans-Peter Mayr im Wahlkampf aktiv wird, konnte er gestern noch nicht sagen. Er hoffte auf ein Gespräch mit Frank Stronach himself. „Vielleicht renkt sich doch noch alles ein“, erklärte Mayr gestern.

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