Katzen reißen Silofolie auf, Bauer klagt

Tirol wird offenbar zum Land kurioser Tierklagen. Heute wird ein Katzenfrauerl wegen undichter Heuballen geklagt.

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Von Reinhard Fellner

Lienz –Tiroler Gerichtsurteile nach tierischen Klagen sorgten in letzter Zeit schon für bundesweite Berichterstattung und Erkenntnisse des Obersten Gerichtshofes. Während von einer städtischen Hundstrümmerl-Klage noch nichts bekannt ist, erregen ausgerechnet im ländlichen Raum Tiere zunehmend den Unmut manch eines gestandenen Tirolers.

Diesmal erwischte es eine als Tierfreundin bekannte Osttirolerin, die Grundnachbarin eines Bauern ist. Dieser klagt das Katzenfrauerl heute am Bezirksgericht Lienz auf Schadenersatz und künftige Unterlassung.

Der Landwirt macht in seiner Klage geltend, dass er im letzten Jahr 33 Stück Siloheuballen im Wert von 1815 Euro an der Grundgrenze gelagert hatte. Beobachtungen zu Folge würden die Katzen der Beklagten ständig das heimische Grundstück verlassen und auf die Siloballen des Klägers springen. Durch Kratzen an den Heuballen würden diese dann beschädigt und Löcher in der Folie entstehen. Ein Gutachten der Landwirtschaftskammer gibt dazu Aufschluss. Durch die Löcher würde nämlich der Vergärungsprozess in den Ballen unterbrochen, was zu Fehlgärungen führe. Dadurch könne das Heu teils nicht mehr verfüttert werden, was zu Trennungs- und Entsorgungsaufwand führe. Laut Landwirt sei dadurch ein Schaden von 1200 Euro entstanden.

Die Lienzer Rechtsanwältin Sonja Schneeberger (Kanzlei Gasser & Schneeberger) schüttelt da nur den Kopf: „Dass Katzen am Land der Auslauf nicht zu verwehren ist, wurde ja gerade vom Obersten Gerichtshof nach einem Tiroler Fall entschieden. Außerdem wird sich ein Landwirt, der seine Heuballen mehrere Monate ungeschützt im Freien herumliegen lässt, die Verbissschäden wohl selbst zurechnen lassen müssen.“

Dass die Schäden gerade von den Katzen der Nachbarin rühren, scheint für den Kläger indes klar: Schließlich sollen zwei der Katzen am Tatort vom Landwirt erwischt worden und sofort geflüchtet sein. Anwältin Schneeberger: „Aus davonrennenden Katzen lässt sich wohl noch keine Beschädigung schließen. Jede andere Katze, jeder Hund oder jeder Greifvogel könnte Verursacher sein!“ Fortsetzung folgt bei Gericht.


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