Ein Pakt und ein Zentrum für mehr Sicherheit
Das Feilschen um den Standort für ein Tiroler Sicherheitszentrum geht weiter.
Innsbruck - In Vorwahlzeiten ist Besuch aus Wien mitunter gerne gesehen. Besonders dann, wenn eine Ministerin aus dem Osten für einen Landeshauptmann aus dem Westen ein paar vorzeigbare Neuigkeiten mit dazu im Gepäck hat. Und so zückten Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und ihr Partei- wie auch einstiger Amtskollege, Landeshauptmann Günther Platter, gestern freudestrahlend die Kugelschreiber, um ihren Sanctus unter ein Sicherheitsübereinkommen zwischen dem Bund und dem Land zu setzen.
Ein Paket, das Tirols „Vorreiterrolle“ in Sachen Sicherheit, so Platter im O-Ton, unterstreichen und zementieren solle. Als da wären die Einrichtung einer neuen Landesleitzentrale der Polizei, die Etablierung einer Regionaldirektion des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl oder aber die Aufnahme von 100 Polizeischülern bis 2014.
Das war die eine, positive Nachricht. Die andere betrifft den Neubau eines Sicherheitszentrums. Und da steht der von Mikl-Leitner, Platter und Landespolizeidirektor Helmut Tomac favorisierten Lösung die Stadt Innsbruck im Weg – ein Stellungskrieg auf beiden Seiten. Am dienstägigen Gipfel, an dem bekanntlich kein Vertreter der Stadt teilnahm, hatten sich Bund, Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und Land erneut auf ein Zusammenführen beider Innsbrucker Polizeistandorte (Innrain, Kaiserjägerstraße), des Ausbildungszentrums Wiesenhof, der Asyl-Fremdendirektion und aller Sondereinheiten in der Kaiserjägerstraße eingeschworen.
„Die Entscheidung war noch nie so dringend“, appelliert Mikl-Leitner an Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, doch noch einzulenken. Zumal Tomac den dortigen Neubau als „Grundstein für ein Ausbildungszentrum West“ definiert. Zwischen 25.000 und 30.000 m² Arbeitsfläche würde man benötigen. Die Kosten würden schätzungsweise 70 bis 80 Mio. € verschlingen, vorfinanziert durch die BIG. Eine Sanierung der bestehenden Standorte liege über 30 Mio. € – und nur das sei die Alternative, sollte es zu keiner Lösung kommen, sagt Mikl-Leitner. Ein Grundstücksabtausch Heim am Hofgarten gegen Bundesgärten-Gärtnerei sei derzeit „keine Option“.
Oppitz-Plörer selbst wunderte sich gestern, dass Mikl-Leitner „den ganzen Tag Zeit hat zum Wahlkämpfen, nicht aber eine halbe Stunde für ein Sachthema“. Die jetzigen Polizeiflächen am Standort Kaiserjägerstraße würden für einen Ausbau ausreichen, behauptet Oppitz-Plörer: „Ein anderes Raumprogramm ist uns nicht bekannt.“
Mehr dazu sowie einen Leitartikel von Lokalchef Manfred Mitterwachauer finden Sie in der Printausgabe der Tiroler Tageszeitung am Donnerstag.