Wahl-Wellen schwappen auf FI über

FI-Mandatarin und VP-Unterstützerin Keuschnigg ist Aufsichtsratsposten los. Sie fordert den Klub in einem Brief zur Abgrenzung von „Vorwärts“ auf.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Dass die Innsbrucker Ampelkoalition die Aufsichtsratsposten in allen Stadt-Beteiligungen an die neuen politischen Verhältnisse anpassen wird, war eine Frage der Zeit. Wie zum Beispiel Seniorenbundobmann Helmut Kritzinger. Der ÖVP-Mann wird künftig nicht mehr im Aufsichtsrat der Sozialen Dienste (ISD) sitzen. Dass aber auch die Obfrau des Sozialausschusses und „Für Innsbruck“-Gemeinderätin Herlinde Keuschnigg von ihrer eigenen Fraktion aus dem ISD-Aufsichtsrat abberufen wird, verwundert dann doch.

Rathauskiebitze halten eine „Konsequenz“ aus Keuschniggs allzu offen an den Tag gelegter ÖVP-Affinität im Bereich des Möglichen. Immerhin wirbt Keuschnigg – Gattin von ÖVP-Bundesrat Georg Keuschnigg – im Rahmen der Landtagswahl aktiv für LH Günther Platter. „Miteinander, nicht gegeneinander“, zieht Keuschnigg dabei Analogien zur Ära Hilde Zach. Offenkundig zum Missfallen von FI-Chefin und „Vorwärts“-Gründerin, BM Christine Oppitz-Plörer.

Doch Keuschnigg geht jetzt einen Schritt weiter. In einem Brief vom Montag an die FI-Klubmitglieder ruft sie zu einer klaren Abgrenzung von „Vorwärts“ auf: „‚Für Innsbruck‘ soll sich auf die Arbeit für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker konzentrieren und bei Landes-, Bundes- und Europawahlen die Volkspartei als führende Gruppe unterstützen.“ Denn entgegen einem angeblichen klubinternen Versprechen, dass „FI“ und „Vorwärts“ nichts miteinander zu tun hätten und „dass jedem freigestellt bleibt, wen er unterstützt“, habe sich, so Keuschnigg, „klar herausgestellt, dass ,Für Innsbruck‘ sehr viel mit ,Vorwärts‘ zu tun hat“.

Obwohl von Keuschnigg ein fliegender Wechsel nicht angenommen wird, dürfte ihr Aufruf FI-intern noch für einigen Klärungsbedarf sorgen.