Ski Juwel kurbelt die Saison an
Jubel bei den Bergbahnen in Alpbach und Wildschönau: Der Zusammenschluss der Skigebiete ist ein voller Erfolg. Auch die Tourismusverbände melden ein dickes Nächtigungsplus in der Wintersaison.
Von Wolfgang Otter
Alpbach, Wildschönau –Man hätte sich viel erwartet, meinte TVB-Geschäftsführer Thomas Lerch aus Wildschönau, „aber diese Erwartungen wurden sogar weit übertroffen“. Er zog gestern mit seinem Kollegen vom TVB Alpbachtal-Seenland, Markus Kofler, Bilanz der ersten Saison mit dem neuen Skigebiet „Ski Juwel“, das mit der neu gebauten Verbindungsbahn zwischen Inneralpbach und Auffach einhergeht.
Kurz zusammengefasst: Der Zusammenschluss hat voll eingeschlagen und war ein Gewinn für Tourismus und Bahnbetreiber: die Wildschönauer und Alpbacher Bergbahnen.
Die erste Saison bescherte den Liftbetreibern mit über 900.000 Ersteintritten ein sattes Plus von 13,5 Prozent. Die größten Zuwächse gibt es dabei mit 17,6 Prozent bei den Mehrtagesskigästen. Aber auch die Tagesbesucher bringen ein Plus von 7,6 Prozent. Auch bei den einheimischen Gästen, die ein sattes Plus von 13,5 Prozent erzielen, kam das Ski Juwel gut an.
Der Run auf die neue Bahn brachte aber im Gegenzug ein leichtes Minus in Niederau und rund sieben Prozent bei den Reither Liftanlagen. „Aber gerade in Reith haben wir natürlich nur ein kleines Skigebiet“, sagte Peter Hausberger von den Alpbacher Bergbahnen.
Jubeln können die Beherbergungsbetriebe: Laut Lerch zählen die beiden Regionen zu den Top-Gewinnern in Tirol. Im Alpbachtal sind die Nächtigungen um zwölf Prozent, in der Wildschönau sogar um dreizehn Prozent gestiegen. Bei den Ankünften gibt es ein Plus von zehn Prozent im Alpbachtal und dreizehn Prozent in der Wildschönau. Was die Touristiker besonders freut: Dabei konnten viele bereits verlorene Gäste wieder zurückgewonnen werden.
Erfreulich ist für die Verantwortlichen, dass sich eine negative Prognose nicht erfüllt hat: nämlich, dass das Alpbachtal durch die anfahrenden Autofahrer lahmgelegt wird bzw. in Inneralpbach das Parkchaos ausbricht. Doch nur an sechs Tagen, so Hausberger, hätte die Parkkapazität nicht ausgereicht. Trotz der Steigerungen blieb der Straßenverkehr in beiden Tälern ausgewogen. Nur wenige Tage seien dort die Parkplätze überfüllt gewesen. Kleinere Schwierigkeiten habe es in Wildschönau gegeben, dort will man ein neues Konzept ausarbeiten, um dem Problem zu begegnen.
Die erfolgreiche Kooperation soll in der Sommersaison prolongiert werden. Beide Regionen wollen beim Thema Wandern näher zusammenrücken. Und erstmals werden die Gästekarten mit Angeboten aus beiden Regionen ausgestattet.
Am 8. Juni werden sich die Tourismusverbände an der „Kitzalp24“ – einer 24-Stunden-Wanderung rund um das neue Skigebiet – beteiligen. „Das Ski Juwel hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, über den eigenen Tellerrand zu sehen und die Regionsgrenzen aufzuweichen. Der Gast dankt es uns“, so Lerch.
Klar sei aber auch, dass neue Bahnen immer einen Magneteffekt ausüben. Daher erwartet sich Hausberger, dass sich das Plus wieder abschwächen werde. Bei den Verbänden werden darum zusätzliche Marketingmaßnahmen angekündigt.