„Ja“ zur Champions League

Das Hypo Tirol Volleyballteam sucht via Österreichischem Verband um eine Wild Card für die Champions League an. Der Weg in die Königsklasse sollte somit geebnet sein.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Nach der verlorenen Finalserie gegen Aich/Dob, „einen Wald- und Wiesen-Verein“ im O-Ton von Manager Hannes Kronthaler, war der Frust beim entthronten Titelträger im heiligen Land groß. Kronthaler dachte laut eine Reduktion der eigenen Bemühungen an, um eventuell sogar nur noch in der heimischen Liga und im CEV-Cup zu spielen. Zumal die Verletzungsmisere in der abgelaufenen Saison auch gezeigt hatte, dass die Dreifach-Belastung aus Mitteleuropäischer Volleyballliga, Champions League und Austrian Volley League mit 45 Pflichtspielen und den unendlichen Reisestrapazen zu viel des Guten sein kann.

Die Wogen sind wieder geglättet. Nach einer Präsidiumssitzung in der Vorwoche und einem Termin beim Hauptsponsor steht die Champions-League-Ampel beim sechsfachen österreichischen Meister wieder ganz klar auf Grün. „Wir werden als Vizemeister um eine Wild Card ansuchen, die wir wohl auch bekommen werden. Champions League bleibt eben Champions League“, gesteht Kronthaler, dass man weiter unter der europäischen Crème de la Crème mitmischen will. Der Österreichische Volleyballverband wurde bereits kontaktiert, Mitte Mai sollte es seitens des Europäischen Verbandes (CEV) dann auch zur Zusage kommen. „Österreich liegt im Ranking auf Platz zehn. So schlecht stehen wir nicht da“, spielt Kronthaler darauf an, dass Rotweißrot durchaus konkurrenzfähig sei. Dass Meister Aich/Dob fixqualifiziert ebenfalls für die Champions League nennen wird, macht den Hypo-Bemühungen keinen Strich durch die Rechnung.

Der Ärger über die verlorene Finalserie – „wir ärgern uns, wenn wir nur Zweiter werden, andere in Tirol freuen sich darüber“ – sei laut Kronthaler nach interner Aufarbeitung verraucht. Unter Langzeitcoach Stefan Chrtiansky will man in der kommenden Saison wieder zum Angriff blasen: „Dass wir für die Champions League nennen, zeigt, dass wir uns den österreichischen Meistertitel sofort wieder zurückholen wollen“, gibt der Hypo-Manager die Marschrichtung vor. Der Werbewert der europäischen Königsklasse sei einfach unübertrefflich, selbst wenn der Kronthaler-Klub als Vizemeister womöglich etwas für die Live-Übertragungen beisteuern muss.

In Sachen Kader stehen mit Pedro Frances, Ivan Mihalj (beide Mittelblock), Alex Berger, Lorenz Koraimann (beide Außenangriff), Ronald Jimenez (Diagonalangriff) und Alexander Tusch (Aufspiel) sechs Mann für die neue Saison fest. Aufspieler Tamas Kaszap, der noch einen Vertrag hätte, ist ein Wackelkandidat. „Wir holen einen starken Spieler auf der Vier (Außenangriff, Anm.), einen neuen Libero und einen dritten Mittelblocker“, führt Kronthaler mit Blick auf die kommenden Transfergeschäfte aus. Zunächst wolle man aber die Entscheidung des internationalen Verbandes abwarten. Hypo wird im Herbst aber wohl zum achten Mal in der europäischen Königsklasse aufschlagen.