Musik

Jazzszene im Höhenflug

Wie viel sich in Sachen Jazz in Tirol tut, zeigte das zweite TAT-Festival im Treibhaus.

Innsbruck –Erfolg verleiht bekanntlich Flügel. Dafür bedarf es enormen persönlichen Einsatzes. Diesen haben die Initiatoren des zum zweiten Mal abgehaltenen TonArtTirol-Festivals (TAT) nachweislich an den Tag gelegt und dafür gesorgt, dass der Jazz und vom Jazz inspirierte musikalische Stilrichtungen in Tirol abheben können. Vom TAT-Team um Obmann Christian Wegscheider mustergültig organisiert, war das zweite Festival am Sonntag im Treibhaus Innsbruck so etwas wie eine Flugshow. 16 Ensembles sorgten auf drei Ebenen im Treibhaus zwölf Stunden lang für perfekte Unterhaltung im Sinne von Anspruch und Vielfalt. Darüber hinaus konnte man den Eindruck gewinnen, dass Tirol in Sachen Jazz eine Flughöhe erreicht hat, von der man ganz bequem ferne Ziele ansteuern kann.

Um 11 Uhr ging es los und Klaus Falschlunger (Sitar) mit seiner Indian Air sorgte für eine angenehme Brise der Mischung „East meets West“. Dass die Youngsters Jazzy Wednesday aus dem Jazzstall des Konservatoriums gründlich in den Hardbop hineingeschnuppert haben, zeigten sie quecksilbrig an Horace Silver’s „Quicksilver“. Mit der Formation Gratwanderer, die astreinen Folk-Rock servierten, riskierte man eine Gratwanderung, die wohl etwas zu weit entfernt von der Jazzgrenze lag. Ein Highlight, John Arman (Gitarre) im Trio mit Christian Wegscheider (Hammond Orgel) und Wolfi Rainer (Drums). Höchst konzentriert, diffizile Klangqualitäten auslotend, Norbert Zehm und sein New Lines Project zeigten sich kammermusikalisch inspiriert. Nicht zu glauben, eine Bigband aus einem Ort: Sawidubap aus Hatting haben alles, was eine perfekte Bigband ausmacht. Das Jazz Orchester Tirol einmal mehr genial. Robert Sölkner (Piano) gab die Arrangements und Linie vor, Latin in Vollendung!

Jazz made in Tyrol gibt es am 11. Mai auch beim TschirgArt Jazzfestival Imst bei freiem Eintritt. (hau)