Musik

Schöpfungsmythos und unerhörter Barock

Innsbruck – Der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Wolfgang Meighörner, ist stolz auf die umfangreichen Noten- und Instrumentenbestände der ...

Innsbruck –Der Direktor der Tiroler Landesmuseen, Wolfgang Meighörner, ist stolz auf die umfangreichen Noten- und Instrumentenbestände der von ihm geführten Häuser. Die Musikaliensammlung im Ferdinandeum löse aber trotzdem ein Gefühl der Bedrückung in ihm aus, sagt er. „Es erinnert an einen Sarkophag, die Instrumente sind hinter Glas. Hier wird musikalisches Erbe bewahrt und ausgestellt. Aber um die Inhalte wirklich vermitteln zu können, müssen Instrumente zum Klingen gebracht werden“, so Meighörner. Deshalb bringen die Landesmuseen unter dem Label „musikmuseum“ seit 2009 ausgewählt­e Werke aus ihrer Sammlung in Form von Konzerten auf die Bühne und als CD-Mitschnitt­e auf den Markt.

Am Montag wurden die „musikmuseum“-Ausgaben Nummer 14 und 15 im Ferdinandeum präsentiert. „Gerade an diesen zwei Veröffentlichungen lässt sich die Spannweite der CD-Reihe beispielhaft zeigen“, erklärt Franz Gratl, Kustos der Musiksammlung der Landesmusee­n. Während die erste CD den zu Unrecht vergessenen Tiroler Barockkomponisten Ingenuin Molitor (um 1619–1669) würdigt und dessen geistliche Motetten in Erinnerung ruft, präsentiert die zweite Aufnahme das Oratorium „Genesis“ des zeitgenössischen Tiroler Komponisten Franz Baur.

Baurs Werk wurde bei seiner Welturaufführung im Herbst 2011 in der Kirche Maria am Gestade in Innsbruck aufgezeichnet. Zu hören sind Chor und Orchester der Akademie St. Balsius unter der Leitung von Karlheinz Schiessl. Die Solistenrollen singen die Sopranistin Susanne Langbein, Ensemblemitglied des Tirole­r Landestheaters, und der Tiroler Bassbariton Andreas Matters­berger.

Die Kompositionen des Bozner Franziskanerpaters Ingenuin Molitor, eines zu seinen Lebzeiten weit über die Grenzen Tirols hinaus bekannten Organisten, entstanden im Frühjahr 2012 in der Kirche des Innsbrucker Priesterseminars. Zu hören sind das Tiroler Ensemble für Alte Musik vita & anima sowie das Instrumental­ensemble la dolcezza. Die musikalische Leitung hatte Peter Waldner inne. (jole)