ATV will mit Trash und Anspruch punkten
Wien – Der neue ATV-Geschäftsführer Martin Gastinger sieht seinen Sender nicht in der Trash-Schublade. „RTL ist auch mehr als nur Känguru-Ho...
Wien –Der neue ATV-Geschäftsführer Martin Gastinger sieht seinen Sender nicht in der Trash-Schublade. „RTL ist auch mehr als nur Känguru-Hoden-Essen. Wir bieten breite, sehr österreichische Unterhaltung, aber ebenso Information, Sport und Reportagen“, so Gastinger im APA-Interview. Steigern will er die Marktanteile und dafür neue Ideen für den Vorabend entwickeln. Ein eigenständigeres Profil soll ATV II erhalten. Dort sollen künftig keine Wiederholungen von ATV zu sehen sein, dafür soll die jüngste Sendertochter anspruchsvoller werden und mehr aus dem Bereich „Cineastisches und Eventkino“ bieten. Aber auch bei ATV gibt es Luft nach oben. Bis Herbst will der Neo-Geschäftsführer vor allem die Zeitzone zwischen 17 bis 20 Uhr überarbeiten. Als Vorbild könnte RTL II mit seinem Scripted-Reality-Format „Berlin – Tag & Nacht“ herhalten.
Auch die Zukunft von „Hi Society“ ist nicht in Stein gemeißelt, wenngleich Gastinger dem jungen Format Zeit geben will. Ein Comeback von Dominic Heinzl, der sich neuerdings als TV-Produzent versucht, ist hingegen auszuschließen. Seine Zeiten „sind vorbei“.
Um Sportrechte will sich der Sender, der mit dem WM-Qualifikationsmatch Irland gegen Österreich bis zu 933.000 Seher erreichte, auch künftig bemühen. Die Frage sei aber, „was ist leistbar und wo wird man von Pay-TV oder mit Steuermitteln subventionierten Sendern überboten“, konnte sich Gastinger einen Seitenhieb auf den ORF nicht verkneifen. Den ORF sähe der ATV-Chef gern auf dessen öffentlich-rechtlichen Kernauftrag reduziert. „Er soll das bringen, worauf wir Private keinen Anspruch erheben. Aber warum sollte man dem ORF erlauben, mithilfe von Steuergeldern Privat-TV nachzumachen?“ (APA, TT)
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