Tourentipp

Den letzten Schnee zum Figeln nutzen

Die Figltour um die Judenköpfe oberhalb von Telfs hat alles. Während sich im unteren Teil der Tour der Frühling schon breitmacht, kann man im zweiten Teil noch Winterfreuden genießen.

Christine Mühlöcker

Telfs –Die Runde um die Judenköpfe ist eine perfekte Figltour. Während man im Aufstieg kaum Schneekontakt hat und die Sonne genießen kann, hat man im schnee- reichen Kar vom Judentörl zur Neuen Alplhütte perfekte Firnverhältnisse zum Figln. Die hier beschriebene Tour ist, was Höhenmeter betrifft, recht kurz. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind aber erforderlich, da der schmale Bergweg oft recht ausgesetzt ist. Wer selbst keine Firngleiter, so genannte Figln, hat, kann sich Schnür-Figl bei der Börse (Leopoldstraße 4/Innsbruck) ausborgen.

So kommt man hin: Auf der Inntalautobahn fährt man bis zur Ausfahrt Telfs Ost bzw. West (je nachdem, ob man von Osten oder Westen kommt) und dann weiter ins Zentrum von Telfs. Dort ist die Neue Alplhütte schon angeschrieben (zuerst grünes, später gelbe Schilder, bzw. Mountainbike-Schilder Lehn-Strassberg 549). Die Straße geht schließlich in einen Forstweg über, den man dann bis zum Ende bei einem Schranken weiterfährt. Der Parkplatz befindet sich vor einem Schranken auf einer Höhe von ca. 1170 Metern.

Zu Fuß wandert man die Forststraße entlang am Strassberghaus vorbei, wo es in den Wiesen der vielen Himmelschlüssel wegen schon gelb aufleuchtet. Man kommt zu einer Abzweigung, wo beide Wege auf die Neue Alplhütte führen. Wir entscheiden uns für den linken Weg, der auch als Radweg ausgeschildert ist. Immer am Hauptweg bleibend geht’s weiter aufwärts Richtung Wildermieming.

Beim nächsten Wegweiser folgt man dem Judenköpfe-Steig und bald darauf zweigt man vom Forstweg ab, es geht rechts recht steil bergauf, zuerst noch durch Wald, der sich aber bald lichtet. Schließlich wird es flacher und man geht in leichtem Auf und Ab durch eine Unmenge Latschen. Dabei öffnet sich ein herrlicher Ausblick auf das Inntal und die umgebende Bergwelt.

Ab und zu muss man sich an recht weit herunterhängenden Latschen vorbeiquetschen und fallweise kleinere Schneefelder queren, in die man aber gute Stapfen legen kann. Bei einer Weggabelung ohne Wegweiser nimmt man den rechten Weg, der bald recht steil Richtung Judenköpfe aufwärts führt.

An der nächsten Abzweigung befinden sich Wegweiser. Hier folgt man dem Weg Richtung Neue Alplhütte, der vorerst etwas abwärts führt. Man kann aber den restlichen Weg bis zum Judentörl schon schön einsehen.

Größere Teile der Strecke sind noch schneebedeckt. Der Weg führt dann westlich um die Judenköpfe herum. Er geht teils durch mit Seil abgesichertes felsigeres Gelände und teils über Schneereste.

Sobald man das Judentörl erreicht, öffnet sich ein wunderbarer Blick. Hier faszinieren nicht nur die Berge, wie der Karkopf, sondern auch der riesige Schneekessel, der ein fulminantes Figlvergnügen verspricht. Schnell werden die Figl angezogen und dann geht’s ab ins Tal. Die Hangneigung ist für diese Sportart ideal und allzu schnell erreicht man den Talboden. Von dort geht’s noch etwas flacher weiter.

Sobald man die großen­ Felsbrocken des vorjährigen Felssturzes erreicht, kann man die Hütte schon sehen. Das letzte Stück dorthin muss man zu Fuß durch den Schnee stapfen. Nach einer guten Stärkung geht man auf dem direkt hinter der Hütte vorbeiführenden Weg zurück zum Parkplatz.