Steiermark

69 Liter in zwei Stunden setzten Raum Graz unter Wasser

Dutzende Keller und Garagen sind überflutet, Straßen blockiert und auch die öffentlichen Verkehrsmittel betroffen.

Graz - Nach extrem heftigen Regenfällen - 69 Liter in zwei Stunden - ist es Dienstagfrüh in Graz und Umgebung, aber auch in anderen Teilen der Steiermark zu massiven großflächigen Überschwemmungen und lokalen Murenabgängen gekommen. Allein im Süden von Graz standen über 100 Objekte teilweise bis zur Kellerdecke unter Wasser. Die Feuerwehr stand mit Hunderten Kräften im Dauereinsatz. In Graz waren die Bezirke St. Peter und Andritz arg betroffen. Die Mur erreichte einen Alarm-Pegelstand von über fünf Metern, was zur Sperre von Unterführungen und Stegen führte.

Die Meteorologen sprechen von einem „ganz extremen Wert“, über Nacht gingen 86 Liter Regen nieder. „Es war ein Streifen südlich von Graz bis in die Landeshauptstadt“, berichtete Friedrich Wölfelmaier von der ZAMG-Außenstelle Graz. Entwarnung könne noch nicht gegeben werden: Erst für Donnerstag sei eine Wetterberuhigung in Sicht.

Vor allem die südlichen Grazer Umgebungsgemeinden waren betroffen. In Gössendorf fiel in der Volksschule der Strom aus, der Unterricht musste am Dienstag für rund 170 Kinder abgesagt werden. Im Gemeindeamt wurde eine Betreuung für jene Knirpse, die schon zur Schule unterwegs waren, eingerichtet. In Hausmannstätten wurde das Gemeindezentrum überflutet, in Grambach und Fernitz wurden Siedlungen überschwemmt. Bis zu 800 Feuerwehrmänner und -frauen waren im Einsatz. Bezirksfeuerwehrkommandant Gerhard Sampt sprach von „riesengroßen Folgeschäden“ an Gebäuden und in der Landwirtschaft. In einigen Bereichen war es auch zu Heizölaustritten gekommen, teilweise sorgten auch übergangene Kanäle für Verunreinigung und Geruchsbelästigung.

Massive Verkehrsbehinderungen

Das Ausmaß der Schäden wurden in den Morgenstunden sichtbar. „Die Menschen stehen auf und sehen die Bescherung“, schilderte Johann Kirnich von der Grazer Berufsfeuerwehr. Vor allem Pumpeinsätze, um überflutete Keller freizubekommen, beschäftigten die 150 Helfer von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Neben zusätzlich angeforderten Kräften aus den Bezirken unterstützte die Holding Graz mit 150 Leuten den Einsatz. Unter anderem mussten wegen des Hochwassers in der Mur - der Pegel überschritt die Fünf-Meter-Vorwarnmarke - Unterführungen, Stege und Radwege gesperrt werden. Es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen, auch im öffentlichen Verkehr. Im Tierheim Arche Noah waren Zwinger unter Wasser, per Radioaufruf wurden vorübergehend Notquartiere für 50 bis 70 Hunde gesucht.

Aber auch im südöstlichen Landesteil gab es für die Helfer Hochbetrieb: Im Bezirk Weiz traten Raab und Rabnitz über die Ufer, einige Anrainer mussten geweckt und vor der Gefahr gewarnt werden. Weitere Einsätze wurden aus den Bezirken Leibnitz und Mürzzuschlag gemeldet, im Mürztal lag der Hagel mehrere Zentimeter hoch. (APA)