Windows

Microsoft kündigt einen harten Kurswechsel bei Windows 8 an

In einem halben Jahr wurde Microsoft sein Betriebssystem Windows 8 100 Millionen Mal los. Doch die Revolution der Betriebssysteme blieb insgesamt aus. Bei Kunden kam das bunte Kachel-System nicht wirklich an. Nun will Microsoft „Schlüsselelemente“ der Software ändern.

Redmond – Trotz aller Kritik hat Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 8 beeindruckende 100 Millionen Mal verkauft. Und das binnen eines halben Jahres. Doch was zu Beginn nach einem gelungen Start einer Revolution der Betriebssysteme aussah, geriet wenig später zu einer zähen Angelegenheit, die nun in einen radikalen Kurswechsel münden soll.

Microsoft versuchte mit Windows 8 ein System für die Touchscreen-Ära einzuführen. Dieses sollte – so das ambitionierte Ziel des Software-Riesen – die Bedienung von klassischem PC, Tablet-Computern und Smartphones vereinheitlichen. Ein mutiger Ansatz, mit dem die eigenen Kunden offenbar nicht zurecht kamen. Der Verkauf lief nach einem Schub in den ersten Monaten zuletzt deutlich schleppender. Erschrocken stellten etwa Kunden fest, dass nicht einmal der gewohnte „Start“-Knopf übrig geblieben war. Die Marktforscher von IDC erklärten sogar, die Unzufriedenheit mit Windows 8 sei einer der Gründe für den bisher stärksten Einbruch des PC-Marktes. Der Absatz der Notebooks und Desktops war im ersten Quartal um fast 14 Prozent fallen.

Windows Blue statt Windows 8

Ein Update soll nun das Interesse an Windows und den klassischen PCs wieder anheizen. Bis Ende des Jahres werde es eine überarbeitete Version von Windows 8 geben, kündigte Tami Reller, Marketingchefin von Microsoft an. Der Arbeitsname lautet „Windows Blue“. Ändern sollen sich „Schlüsselelemente“ der Software. Dabei wolle Microsoft auch Kundenwünsche berücksichtigen. Reller ging aber nicht direkt auf Medienberichte ein, wonach die nächste Version den „Start“-Knopf zurückbekommen könnte, den viele Nutzer vermissen.

Mit 100 Millionen Lizenzen nach einem guten halben Jahr liegt Windows 8 in etwa auf Augenhöhe mit der Vorgänger-Version. Allerdings hat sich das Tempo zuletzt verlangsamt: Die Marke von 60 Millionen hatte Microsoft bereits im Jänner bekanntgegeben.

„PC ist am Leben“

„Der PC ist sehr wohl am Leben und wird immer mobiler“, erklärte Reller. Der PC-Markt verändere sich schnell hin zu Kombi-Geräten und Laptops mit Touchscreen-Bildschirmen.

An anderer Front läuft es für Microsoft besser. Mit der Markteinführung von Windows 8 hatte Microsoft auch eine Download-Plattform für Programme gestartet. In diesem Windows Store seien inzwischen 250 Millionen Apps heruntergeladen worden, sagte Reller. Insgesamt gebe es inzwischen 700 Millionen Konten von Nutzern, die sich für Microsoft-Dienste angemeldet haben. Allein das neue Webmail-Angebot Outlook.com, in dem der bekannte Dienst Hotmail aufging, kommt auf 400 Millionen Kunden. (tt.com, dpa)