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Korruption blüht in Österreich

Ohne Schmiergeld läuft in Europa fast nichts. Korruptions-Hochburg ist laut einer Umfrage Slowenien. Auch in Österreichs Wirtschaft ist Bestechung an der Tagesordnung.

Wien –Korruption ist in Europa nach wie vor weit verbreitet, am stärksten in Ost- und Südosteuropa. Österreich liegt im Mittelfeld, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Ernst & Young hervor. 46 % der befragten österreichischen Manager geben demnach an, Bestechung sei in ihrem Land an der Tagesordnung. Im westeuropäischen Durchschnitt sind es 39 %, im Gesamtdurchschnitt inklusive Staaten in Afrika, dem Mittleren Osten und Indien 57 %.

Mangelndes Unrechtsbewusstsein sei ein häufiger Grund für Korruption, teilt Ernst & Young mit. Jeder siebente westeuropäische Manager halte es für üblich, Aufträge mithilfe von Bestechung zu gewinnen. „Angesichts der derzeitigen herausfordernden Marktbedingungen sehen sich Unternehmen mit anhaltendem Druck konfrontiert, Wachstums- und Gewinnerwartungen zu erfüllen. In diesem Umfeld lassen sich manche unweigerlich zu unethischem Verhalten verleiten“, so Andreas Frohner, Leiter der Abteilung „Fraud Investigation & Dispute Services“ bei Ernst & Young Österreich. Die Studie mache auch den Trend deutlich, dass Bestechung und Korruption im eigenen Land wahrgenommen, als Risiken im eigenen Betrieb aber negiert würden.

Befragt wurden rund 3500 Mitarbeiter von großen Unternehmen in 36 Ländern der Regionen Europa, Mittlerer Osten, Afrika und Indien. In Österreich wurden 100 Befragungen durchgeführt. Bei der Korruption im Geschäftsleben liegt Slowenien an der Europa-Spitze (96 Prozent), gefolgt von Kroatien (90 Prozent), der Ukraine (85 Prozent) sowie Griechenland und der Slowakei (je 84 Prozent). In Kenia sind 94 Prozent der Manager der Ansicht, dass Korruption üblich ist, in Nigeria 89 Prozent und in Ägypten 71 Prozent.

Weniger Korruption als in Österreich sehen beispielsweise Manager in Irland (43 %), Großbritannien (37 %) und Deutschland (30 %). Am wenigsten verbreitet ist die Korruption in der Schweiz: Nur 10 % der Manager geben an, dass Bestechung in ihrem Wirtschaftsleben üblich ist. Ähnlich niedrige Werte weist die Studie auch für Finnland und Schweden mit je 12 % aus.

Kräftig geschummelt wird überdies bei den Firmen-Bilanzen. Von geschönten Finanzergebnissen berichten laut Studie 51 % der österreichischen Manager. Hier schneidet Österreich schlecht ab und liegt an sechster Stelle in Europa. Im Gesamtdurchschnitt geben 38 % an, dass Unternehmen ihre Finanzergebnisse besser darstellen als sie sind, im westeuropäischen Schnitt 31 %. (TT, APA)