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Schwedenbomben-Rettung: Entscheidung auf 16. Mai vertagt

Die Rettung des angeschlagenen Schwedenbomben-Herstellers Niemetz ist überraschend erneut vertagt worden. Am 16. Mai muss eine Entscheidung fallen.

Wien – Das Zittern um die Zukunft der Schwedenbomben geht in die Verlängerung: Denn die Entscheidung über die Sanierung des schwer angeschlagenen Wiener Süßwarenfabrikanten fällt – etwas überraschend – doch erst am 16. Mai.

Trotz dieser letzten Galgenfrist dürfte es nicht unbedingt leichter werden, die Rettung doch noch zu schaffen. Denn die Gläubiger fordern nun nicht mehr wie zuletzt eine 50-, sondern eine 75-Prozent-Barquote, wie Daniela Fradinger-Gobec vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) der APA mitteilte. Damit muss das schwer angeschlagene Unternehmen in gut einer Woche rund 3,3 Mio. Euro aufbringen. Dazu kommen noch Gerichtskosten von mehr als 200.000 Euro.

Optimismus bei Niemetz

Laut Fradinger-Gobec hat Niemetz bis zuletzt mit einem Investor verhandelt. „Die Gespräche dürften noch in der Nacht gescheitert sein“, so die AKV-Expertin. Allerdings gebe es bereits einen neuen potenziellen Geldgeber, mit dem nun gesprochen werde. Da der Schwedenbombenhersteller sich äußerst zuversichtlich gezeigt habe, doch noch eine Lösung zustande zu bringen, hätten die Gläubiger schließlich der beantragten Fristaufschiebung zugestimmt.

Creditreform zufolge handelt es sich bei dem neuen, gewissermaßen über Nacht gekommenen Investor um die Austro-Holding von Investor und Sanierer Erhard Grossnigg. Dieser habe eine Barquote von 75 Prozent bereits angeboten, aber in der heutigen Sitzung um Erstreckung gebeten, damit die nötige Summe beschafft werden könne. Neben Grossnigg ist offenbar derzeit auch noch ein zweiter, nicht näher genannter Interessent im Gespräch, der nach Informationen von Creditreform gar eine Barquote von 80 Prozent in Aussicht gestellt haben soll.

Die Abstimmung über den Sanierungsplan am 16. Mai - also am Donnerstag kommender Woche - ist nun die letzte mögliche Aufschiebung. Dann steht endgültig fest, ob der Betrieb gerettet werden kann oder verkauft werden muss - wobei das Geld für die Gläubiger bis 21. Mai auf dem Konto von Masseverwalter Stephan Riel sein muss. Ist dem nicht so, gilt der Sanierungsplan trotz Gläubigerzustimmung nachträglich als gescheitert.

Monatelanger Kampf ums Überleben

Die Wiener Traditionsfirma Niemetz kämpft seit Monaten ums Überleben. Ein veralteter Maschinenpark, fehlende Produktinnovationen und mangelhaftes Marketing haben dem Betrieb finanziell stark zugesetzt. Bis zuletzt haben Gläubiger insgesamt 6,2 Mio. Euro an Forderungen angemeldet, rund 4,4 Mio. Euro müssen bei der Quotenauszahlung berücksichtigt werden.

Obwohl seitens des Schwedenbombenproduzenten, der auch für die Cremeriegel Manja und Swedy bekannt ist, wiederholt betont wurde, die Sanierung aus eigener Kraft stemmen zu wollen, haben sich im vergangenen Monat bereits ein gutes Dutzend Interessenten gemeldet - darunter namhafte Süßwaren-Player wie Manner, Heindl und Guschlbauer. (tt.com, APA)

Webauftritt von Niemetz: http://www.sweet-niemetz.com/