Landespolitik

Drei Ämter könnten eines zu viel sein

In der Tiroler FPÖ könnte es eine Ämtertrennung geben und Gerald Hauser die Funktion des Parteiobmanns abgeben.

Innsbruck –Dass die Parteivorstandssitzung auf den 13. Mai verschoben wurde, sorgt in der Tiroler FPÖ nicht nur für Zustimmung. Einige Funktionäre wollen endlich über das Wahlergebnis reden, das mit Verlusten von drei Prozentpunkten enttäuschend ausfiel. Das Hinauszögern bringe nichts, heißt es in der Partei.

FP-Chef Gerald Hauser verweist auf einen einstimmigen Präsidiumsbeschluss. „Uns läuft ja nichts davon und intern reden wir ja sowieso über die Zukunft der Partei.“ Die Verhandlungen zwischen ÖVP und den Grünen habe er erwartet. Zufrieden sei er damit, dass die FPÖ nach der Wahl ein geschlossenes Bild nach außen abgebe. „Die Ruhe ist ein Zeichen, dass wir vernünftig miteinander umgehen.“ Auf die Frage, ob ihm nach dem Wahlergebnis die Motivation fehle, sagte Hauser. „Ganz und gar nicht. Wir werden das Ergebnis genau analysieren und dann unsere Schlüsse daraus ziehen.“

Strukturelle und personelle Veränderungen wird es in der FPÖ nach der Parteivorstandssitzung wohl geben. Neo-Landtagsabgeordneter Rudi Federspiel fordert eine verstärkte Einbindung der Parteijugend. Die Reorganisation des Rings Freiheitlicher Jugend ist nach dem Reinigungsprozess von Rechtsauslegern vor drei Jahren noch nicht gelungen.

Für den mächtigen Bezirks­parteiobmann von Innsbruck-Land und freiheitlichen Spitzenkandidaten für die Nationalratswahlen im Herbst, Peter Wurm, zieht die FPÖ an einem Strang. „Und gemeinsam werden wir auch die Weichen für die Zukunft stellen.“ Wurm soll dabei eine zentrale Rolle spielen. Er wird u. a. vom Schwazer Bezirksparteichef Edi Rieger forciert. Der wortgewaltige Rieger und die Wattenerin Hildegard Schwaiger, die beide in den Landtag einziehen, gelten nicht gerade als Hauser-Anhänger.

Der Kompromiss könnte in einer Ämtertrennung liegen. Dass Hauser Parteichef, Klubobmann und Bürgermeister seiner Osttiroler Heimatgemeinde St. Jakob ist, kommt in der FPÖ schon seit Jahren nicht gut an. Wurm könnte an die Parteispitze aufrücken und Hauser als geschäftsführender Parteiobmann unterstützen. Hauser würde sich vor allem um die Landtagsarbeit kümmern und Wurm um die Partei. Obwohl der Parteiobmann für die Landtagswahlen ehemalige Blaue wie Rudi Federspiel oder Innsbrucks Gemeinderat Christian Haager wieder zurückgeholt hat, wünschen sich viele Parteigänger eine Veränderung. Als Klubchef steht Hauser außer Diskussion, dafür wurde er bereits nominiert. (pn, aheu)