Gesellschaft

Vier UN-Soldaten auf den Golanhöhen entführt

Jene syrische Rebellengruppe die im März 20 UN-Beobachter entführt hat soll wieder zugeschlagen haben. Unter den Entführten soll sich kein Österreicher befinden.

Golan – Laut dem britischen Nachrichtensender BBC sind am Dienstag vier UN-Soldaten auf der syrischen Seite der Golanhöhen entführt worden. Die syrische Rebellengruppe „Märtyrer von Yarmuk“ habe demnach ein Bild der vier gekidnappten Blauhelme, die offenbar aus den Philippinen stammen, veröffentlicht. Im März hatten die selben Rebellen 20 UN-Beobachter entführt und drei Tage später wieder freigelassen.

Auch österreichische Soldaten sind auf den Golanhöhen an der Grenze zwischen Israel und Syrien stationiert. Durch die unsichere Lage in der Region war der Einsatz zuletzt Zeit wiederholt in Frage gestellt worden. Das Verteidigungsministerium sieht die Sicherheit der heimischen Blauhelme weiterhin nicht in Gefahr.

Mörsergranaten eingeschlagen

Kurz zuvor ist am Dienstag erneut eine aus Syrien abgefeuerte Mörsergranate in dem von Israel besetzt gehaltenen Gebiet eingeschlagen. Eine israelische Militärsprecherin bestätigte dies. Es sei die dritte Mörsergranate, die seit dem Vorabend auf dem Gebiet einschlug, sagte die Sprecherin. Am Montag hatte die Armee zunächst von zwei Raketen gesprochen, nicht von Mörsergranaten. Es habe weder Verletzte noch Sachschaden gegeben.

Israel geht davon aus, dass die Mörsergranaten aus dem Nachbarland fehlgeleitet waren und bei internen Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und Rebellen in Grenznähe abgefeuert wurden. Sie stehen offenbar nicht in Verbindung mit dem israelischen Luftangriff in Syrien in der Nacht zum Sonntag.

FPÖ fordert Abzug österreichischer Truppen

Die FPÖ bekräftigte wegen des Zwischenfalls einmal mehr für die Forderung nach einem Abzug der österreichischen Blauhelme vom Golan. Sowohl Verteidigungs- als auch Außenministerium winkten ab, es gebe keine unmittelbare Gefährdung der heimischen Blauhelme.

Tatsächlich erfolgten die jüngsten Granateneinschläge auf der von Israel besetzten Seite der Golanhöhen, also westlich der „Area of Separation“, in der die UNO-Soldaten stationiert sind. Außerdem schlugen die Geschosse auf Höhe des südlichen Teil des Gebiets ein, der nicht von den österreichischen, sondern von philippinischen Blauhelmen kontrolliert wird. (tt.com, APA)