Prozess gegen HNO-Chef beginnt am 3. Juni

Von Reinhard Fellner...

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Im Jahr 2009 war von Patienten berichtet worden, bei denen nicht fachgerechte HNO-Operationen durchgeführt worden sein sollen. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen in 28 Fällen auf. Bei allen Operationen handelte es sich um Tumorresektionen im Kopf-Hals-Bereich. 21 Verdachtsfälle erwiesen sich letztlich als haltlos.

In einem ersten Fall kommt es nun aber am 3. Juni zum Prozess gegen einen HNO-Oberarzt und HNO-Chef Herbert Riechelmann am Landesgericht. Beiden Ärzten – es gilt die Unschuldsvermutung – drohen wegen Verdachtes der fahrlässigen Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zwei Jahre Haft. Der Oberarzt soll laut Anklage einen Patienten ohne genaue Untersuchung und Rücksprache mit Kollegen operiert haben. HNO-Chef Riechelmann soll darauf unnötigerweise eine Schleimhaut entfernt und mit einem Meißel eine Unterkieferfraktur verschuldet haben.

Nach einer Analyse der Fälle genießt Riechelmann jedoch weiter in vollem Umfang das Vertrauen der Tilak-Leitung.

Der Prozess war im März abberaumt worden, da die zugeteilte Richterin auf eine mögliche Befangenheit aus familiären Gründen hingewiesen hatte. Das Landesgericht entschied jedoch nach Prüfung, dass die Richterin den Fall unvoreingenommen verhandeln könne.