Gesellschaft

Vulkanausbruch auf Philippinen: Tote Bergsteiger geborgen

Die überlebende Wienerin will laut Außenministerium „in den nächsten Tagen nach Österreich zurückreisen“. Die Bergung der Toten mit Hubschraubern war zunächst gescheitert.

Manila - Nach der Explosion am Vulkan Mayon auf den Philippinen haben Spezialisten am Mittwoch mit der Bergung der fünf ums Leben gekommenen Bergsteiger begonnen. Darunter waren drei Deutsche sowie eine in Deutschland lebende Spanierin und ein einheimischer Bergführer. Ein zunächst vermisst gemeldeter thailändischer Alpinist konnte gerettet werden. Eine 32 Jahre alte überlebende Wienerin will laut einem Sprecher des Außenministeriums „in den nächsten Tagen nach Österreich zurückreisen“.

Die Toten wurden nahe dem Krater an einem „Rabbit‘s Ear“ (deutsch: „Kaninchenohr“) genannten Ort entdeckt, sagte Armeeoberst Raul Farnacio. Die Retter mussten Verletzte ins Tal bringen, bevor sie mit der Bergung der Toten beginnen konnten. Der Versuch, die Leichen mit Hubschraubern zu transportieren, scheiterte zunächst an schlechter Sicht.

Bergsteiger wurden vn heißen Gesteinsbrocken erschlagen

Die Kletterer waren Dienstag früh nach einer Dampfgasexplosion im Krater des fast 2500 Meter hohen Vulkans von Geröll erschlagen worden. Eine offizielle Bestätigung der Todesursache gibt es noch nicht. Die Behörden wollen eine Autopsie durchführen. „Die Rettungsteams bringen die Leichen langsam herunter. Es ist schwierig, weil sich durch die Explosion sehr viel Geröll gelöst hat“, sagte Marti Calleja vom Tourveranstalter der Gruppe, zu der auch die Wienerin gehörte. Die Opfer hatten sehr schwere Verbrennungen und Verletzungen erlitten und die Leichen seien in einem schlimmen Zustand, fügte er hinzu.

„Wir gingen ganz langsam und vorsichtig, weil dichter Nebel herrschte“, sagte der verletzte Bergführer Kenneth Jesalva der Zeitung „Philippine Star“. „Dann haben die Gesteinsbrocken uns plötzlich erfasst.“ Er habe ausweichen können, seine Gäste nicht. Nicanor Mabao, ein weiterer Bergführer, hörte einen lauten Knall „wie Donner“, berichtete er der Zeitung „Daily Inquirer“. „Ich wusste sofort, dass der Mayon explodiert war.“ Kurz darauf wurde die Gruppe von heißen Gesteinsbrocken getroffen, fügte er hinzu. Er erlitt Verbrennungen am Bein und wurde am Kopf verletzt. „Mein ganzer Körper war betäubt. Ich konnte nur daran denken, so schnell wie möglich da wegzukommen.“

Zwölf Kletterer wurden verletzt gerettet

Großes Glück hatte der als vermisst geltende Thailänder Boonchai Jattuporngong. Der 35-jährige Bergsteiger wurde am Mittwoch etwa einen Kilometer vom Krater entfernt entdeckt, sagte ein Mitarbeiter der Rettungsdienste. Der Bergsteiger sei geschwächt und habe sich einen Arm gebrochen, doch sonst sei sein Zustand stabil.

Insgesamt befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion 27 Kletterer auf dem Vulkan. Zwölf wurden verletzt gerettet, darunter die Wienerin. Sie kam mit leichten Verletzungen davon und wurde von der Botschaft betreut. Wann genau die Frau nach Österreich zurückkehrt, wird auf ihren Wunsch hin nicht mitgeteilt, so der Sprecher des Ministeriums.

Der Mayon ist seit 1616 etwa fünfzigmal ausgebrochen, das letzte Mal im Juli 2006. Damals mussten mehr als 30.000 Menschen in der Umgebung ihre Häuser verlassen. (APA/dpa)