Experte nimmt Verkehr unter Lupe

Ein Gesamtverkehrsleitplan für Lienz soll wichtige Basis für Entscheidungen bilden.

Von Claudia Funder

Lienz –Die Urlaubszeit steht vor der Tür und damit die „Blechlawinen“, die sich wieder durch Lienz wälzen werden. Aber auch, wer unter dem Jahr rasch und häufig von A nach B muss, kann ein Lied davon singen: In Lienz staut sich’s.

Seit Jahren werden intelligente Strategien zur Lösung des Verkehrsproblems gefordert. In den letzten Jahren habe es nur noch Reaktionsbeschlüsse gegeben, die konzeptlos waren, schildert der Leiter des Verkehrsausschusses, Stephan Tagger, in der letzten Gemeinderatssitzung. „Wir glaubten, das allein steuern zu können, aber dann erkannten wir, dass ein Verkehrsexperte nötig ist.“ Am 17. Juli 2012 wurde die Erstellung eines Konzepts beschlossen. Nach einer Ausschreibung erhielt das Grazer Planungsbüro Hochkofler den Zuschlag, einen Gesamtverkehrsleitplan für die Stadt zu erstellen. Dieser soll Basis für die gesamte Infrastrukturentwicklung in Lienz sein und in die Raumplanung eingefügt werden. Kosten der Expertise: gut 78.000 Euro. BM Elisabeth Blanik: „Es ist höchst an der Zeit, dass wir nicht mehr Flickwerk machen.“

Michael Hochkofler, seit 20 Jahren als Verkehrsplaner tätig, ging bei der Präsentation erster Planungsansätze auch auf die Ausgangslage ein: „Auf der Bundesstraße durch das Stadtgebiet von Lienz haben wir rund 21.300 Verkehrsbewegungen gemessen. So manche Autobahn muss nicht diese Menge bewältigen. Seit 1980 kam es zu einer kontinuierlichen Zunahme.“

Neue Erkenntnisse über Mobilitätsbedürfnisse und das Verhalten von Radfahren, Fußgängern und motorisierten Verkehrsteilnehmern werden gewonnen, um ein Modell erstellen zu können. Anhand definierter Ziele für die einzelnen Verkehrsmittel werden dann notwendige Maßnahmen entwickelt.

Damit der Plan für die Stadt nachhaltig gestaltet werden kann, wird eine Vorschau der Verkehrsentwicklung in Osttirol auf die nächsten 15 Jahre getroffen. Dabei soll die geplante regionale Siedlungs-, Arbeitsstätten- und überregionale Verkehrsentwicklung anhand eines Verkehrsmodells abgebildet werden. Alle Maßnahmen werden in einem integrierten Handlungskonzept zusammengefasst.