Schranken für den Verkehr
Jedes dritte Fahrzeug auf der alten B 178 in Kirchbichl ist Durchzugsverkehr. Die Gemeinde will daher Beschränkungen.
Von Wolfgang Otter
Kirchbichl –Vor rund sechs Jahren ging die rund 40 Millionen Euro teure Umfahrung Bruckhäusl in Betrieb. Ungeduldig war sie von dem Kirchbichler Ortsteil entlang der damaligen Transitstrecke B 178 erwartet worden. Verhieß sie doch mehr Ruhe und Lebensqualität. Tatsächlich ist es viel ruhiger geworden in Bruckhäusl und den anderen Ortsteilen. Immerhin sind seither bis zu 14.000 Kraftfahrzeuge täglich auf der neuen Straße unterwegs und fahren nicht mehr direkt an den Haustüren der Anrainer vorbei. Aber auch auf der alten Trasse der B 178, die nun in den Gemeindebesitz übergegangen ist und Loferer Straße heißt, sind noch immer 4000 Autos im Schnitt unterwegs – und davon ist ein Drittel reiner Durchzugsverkehr. Interessanterweise ist dieser aus Richtung Söll kommend höher als umgekehrt.
Das ergab eine Verkehrserhebung, die die Gemeinde Kirchbichl in Auftrag gegeben hatte. Im gesamten Ortsgebiet wird derzeit die Verkehrslage unter die Lupe genommen. Auf der Loferer Straße zeigte sich nun, dass dort um ein gutes Stück weniger Kraftfahrzeuge unterwegs wären, wenn der Durchzugsverkehr auch noch verstärkt auf die Umfahrung gebracht werden könnte. „Wobei es im Ganzen gesehen natürlich viel ruhiger gegenüber früherer Zeiten geworden ist“, räumt BM Herbert Rieder den Wert der neuen Trasse ein. Aber warum noch immer ein relativ hoher Anteil an Durchzugsverkehr existiert, kann sich eigentlich niemand genau erklären. Vermutlich dürfte es sich zum Großteil um Bequemlichkeit und Gewohnheit handeln.
Jetzt will die Gemeinde Beschränkungen: So ist bei der Bezirkshauptmannschaft ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (ausgenommen Ziel- und Quellverkehr und bei Sperre des Umfahrungstunnels) beantragt. Für die Pkw will man die Straße unattraktiver machen: Zum einen kommen Tempolimits, zum anderen ein Mehrzweckstreifen, wodurch die breite Straße nicht mehr zum Schnellfahren einlädt.
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