Das Wetter bereitet Gärtnern, nicht dem Gemüse Probleme
Innsbruck – Das wechselhafte Frühlingswetter und der lange Winter machen den Tiroler Gärtnern zu schaffen. „Wir haben bei den Frühlingsblühe...
Innsbruck –Das wechselhafte Frühlingswetter und der lange Winter machen den Tiroler Gärtnern zu schaffen. „Wir haben bei den Frühlingsblühern Absatzrückgänge von 20 Prozent“, berichtet Peter Pfeifer, Innungsmeister der Gärtner und Floristen und Obmann der Tiroler Gärtner. Aufgrund des kalten Wetters um Ostern mit Schnee oberhalb von 800 Metern haben die Menschen mit dem Setzen von Frühlingsblühern wie Primeln, Vergissmeinnicht und Stiefmütterchen zugewartet. „Wir hoffen nun, dass das Geschäft mit den Sommerblumen, wie etwa Balkonblumen, gut läuft“, so Pfeifer.
Noch größere Sorgen bereitet dem Innungsmeister die Tatsache, dass die Kunden zunehmend bei branchenfremden Unternehmen einkaufen. „Das wird jedes Jahr mehr, Blumen und Pflanzen gibt es inzwischen sogar schon beim Diskonter zu kaufen. Früher war es verboten, dass Blumen mit Erde neben der Wurst verkauft werden, heute stört das offenbar niemanden mehr“, so Pfeifer.
Auch dem Muttertag sieht der Innungsmeister mit Sorge entgegen. „Heute werden schon an jeder Tankstelle Blumen verkauft.“
Den Tiroler Gemüsebauern hat das Wetter bisher nicht geschadet, im Gegenteil. „Wir haben heuer österreichweit als Erste gepflanzt und auch geerntet“, erzählt Josef Schirmer, Obmann der Tiroler Gemüsebauern. Es gebe keinen Grund zum Jammern. Möglich sei das allerdings nur durch die Vliese gewesen, die die Pflanzen auch vor Schnee geschützt haben. Er hoffe nun darauf, dass die Bauern seitens des Handels auch einen guten Preis bekommen.
Dass es heuer so gut läuft, habe ihn selbst gewundert, gesteht Schirmer ein. Auf einem anderen Schauplatz hätten die Bauern hingegen zu kämpfen, spricht Schirmer den Kampf bezüglich der Verwendung von Pestiziden an. „Für mich ist ganz klar, wenn etwas giftig ist, dann muss es EU-weit verboten werden“, erklärt der Obmann der Gemüsebauern. Wichtig sei dabei eine EU-weite Regelung. Derzeit gebe es drei verschiedene Gesetze zur Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, kritisiert Schirmer. „Es gibt Vorgaben seitens des Landes Tirol, Österreichs und der EU.“
Die Bauern müssten immer als Sündenböcke herhalten, wenn Gefahr für Menschen oder Tiere bestehe. „Die Landwirte verwenden nur jene Spritzmittel, die vorgeschrieben werden. Es geht aber nicht, dass ein Mittel bei uns verboten und in einem anderen EU-Land erlaubt ist, wir haben immer das Problem, dass wir konkurrenzfähig bleiben müssen“, argumentiert Schirmer. Für den Bienenschutz setzt er sich ein: „Wir sind das zweitgrößte Zucchini-Anbaugebiet in Österreich, wenn die Bienen als Bestäuber wegfallen, dann können wir zusperren“, so der Landwirt. (pla)
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