Rettungsanker schwarzgrüne Wand

Im vorletzten Saison-Heimspiel setzt der FC Wacker heute ab 18.30 Uhr im Tivoli gegen Tabellenführer Austria Wien auf die Unterstützung der Tiroler Fußballfans. „Gemeinsam aus dem Abstiegsstrudel“, lautet das Motto.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Mit der legendären gelben Wand im Rücken überwand Borussia Dortmund schon so manches Tief, mit Unterstützung der schwarzgrünen Wand will sich der FC Wacker Innsbruck aus dem Abstiegsstrudel der tipp3-Bundesliga retten. Was im heutigen Heimspiel ab 18.30 Uhr im Tivoli schwer genug wird, denn mit der Wiener Austria gibt sich Tabellenführer und Pokalfinalist Austria Wien die Ehre. „Wenn wir gegen die zurzeit beste Mannschaft Österreichs eine Chance haben wollen, dann brauchen wir unsere Fans“, richtet Roli Kirchler einen Appell an den Tiroler Fußballanhang: „Weil ich weiß, dass ein volles Tivoli jene Prozente ausmachen kann, die es eben für einen Kraftakt wie gegen die Austria braucht.“ Für den Wacker-Trainer wären „10.000 Zuschauer ein Traum“.

Aus statistischer Sicht spricht nicht viel für die Tiroler. Seit 10 Spielen – seit der 0:3-Heimniederlage am 29. August 2010 – ist die Austria gegen den FC Wacker Innsbruck unbesiegt. Die letzten fünf Aufeinandertreffen gewann der Tabellenführer allesamt und kassierte dabei keinen einzigen Gegentreffer. Auch im Tivoli hat die Austria seit sechs Spielen nicht verloren, fünf Spiele davon gewonnen und blieb in den letzten fünf Auswärtsspielen ebenfalls ohne Gegentreffer. Insgesamt ist die Austria in dieser Saison auswärts weiterhin ohne Niederlage.

„Stimmt. Aber wir haben aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt. Und wenn wir spielerisch und kämpferisch so auftreten, dann haben wir auch gegen die Austria eine Chance“, hofft Kirchler, dass heute „zumindest ein Punkt“ herausschaut, damit man sich im Abstiegsstrudel mehr Luft verschafft. Für den gesperrten Roman Wallner soll sich Julius Perstaller an vorderster Wacker-Front aufreiben, Marco Kofler rückt wieder ins defensive Mittelfeld. Austrias Torjäger Philipp Hosiner wird eine Spezialaufgabe für Sebastian Siller. „Aber Hosiner ist nur das Ende der verdammt starken offensiven Austria-Kette“, warnt Kirchler, der beim Pokalauftritt der Wiener in Ried auch Schwächen ortete: „Bei Standards waren sie anfällig. Und so locker vom Fuß wie im Herbst geht es auch nicht mehr. Die spüren schon auch den Druck.“

Im Lager der Violetten läuft alles nach Double-Plan. Mit einem Sieg im Tivoli umso mehr: „Aus unserer Sicht gibt es nur noch entscheidende Spiele. Jede Runde, in der wir unsere Aufgabe positiv erfüllen, kommen wir unserem Traum näher“, erklärte Peter Stöger, der heute aus dem Vollen schöpfen kann und gegenüber dem 3:1-Pokalerfolg in Ried kaum Ändereungen vornehmen wird.