Frühling im Alpenzoo: Babyboom und Sorge um Findlinge
Innsbruck – Der Mai lässt die Einwohnerzahlen im Innsbrucker Alpenzoo in die Höhe steigen. „Den extremsten Zuwachs haben wir bei den Ziegen....
Innsbruck –Der Mai lässt die Einwohnerzahlen im Innsbrucker Alpenzoo in die Höhe steigen. „Den extremsten Zuwachs haben wir bei den Ziegen. Innerhalb von 14 Tagen wurden acht Zicklein geboren. Seit heute haben wir auch ein frisches Gamskitz. Da wissen wir noch nicht, ob es ein Bub oder ein Mädchen ist“, erzählte Dirk Ulrich vom Innsbrucker Alpenzoo am Freitag der TT.
Schon beim Schwimmen beobachten kann man den jungen Fischotter, der zu Weihnachten auf die Welt gekommen ist. Er ist momentan der Liebling des Publikums. Genauer hinschauen muss man bei den Vögeln. Die Habichtskäuze haben dreifachen Nachwuchs. Auch bei den Wiedehopfen üben drei Junge das Fliegen. Die Krummschnäbel, die mit ihren überkreuzten Schnäbeln die Fichtenzapfen bearbeiten, haben zwei Junge bekommen. „Bei den Raufußkäuzen wissen wir die Anzahl der Jungen noch nicht“, erklärt Ulrich. Wer mit dem Zählen gar nicht mehr aufhören will, der kann auch einen Blick auf den Nachwuchs der zugereisten Tiere werfen. So zum Beispiel auf die Kaulquappen der Erdkröte. Ulrich setzt seine Aufzählung fort: Diese Woche wurde ein Grauviehkalb geboren. Und man rechnet jederzeit mit dem Nachwuchs der Gämsen, Steinböcke und der Elchkuh.
Die Jungtiere bereiten im Alpenzoo einigen Mehraufwand. Die Fütterung muss gemeistert werden. So ist die hauseigene Insektenzucht darauf eingestellt, dass die Jungvögel Insekten mit weichen Panzern brauchen. Auch die Unterbringung der Jungtiere in anderen Zoos und Züchtungen wird bald ein Thema sein, denn nicht alle Tiere können in Innsbruck bleiben.
Sorgen bereiten dem Alpenzoo jeden Frühling aber die Findlinge, die in den Alpenzoo zur Aufzucht gebracht werden. Denn die Auffangkapazitäten sind beschränkt. „Wir sind über jedes Tierkind froh, das im Freiland aufgezogen wird“, erklärt der Biologe. Er bittet die Menschen, die Tiere genau zu beobachten. Werden noch lebende Vögel aus einem heruntergefallenen Nest gefunden, ist dies ein Notfall. Wenn Rabenkrähen aber flügge werden, sitzen sie oft am Wegrand und warten auf Futter. Diese Phase ist für die Jungen schwierig, aber sie werden von den Eltern noch versorgt. Nach ein paar Tagen schaffen sie es selbst. Auch ein Rehkitz sollte man nicht gleich anfassen und aus der Ferne schauen, ob die Mutter in der Nähe ist. Ulrich gibt zu bedenken, dass ein mit der Flasche aufgezogenes Rehkitz immer verhaltensauffällig ist. (sst)
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