Innenpolitik

Bessere Unterstützung für pflegende Kinder

Wien – Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) will den oft minderjährigen Kindern, die ihre Eltern zu Hause pflegen müssen, mehr Unterstütz...

Wien –Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) will den oft minderjährigen Kindern, die ihre Eltern zu Hause pflegen müssen, mehr Unterstützung zukommen lassen. Zur Unterstützung gehören auch bessere und umfangreiche Informationen über schon bestehende Regelungen.

Laut einer Studie des Instituts für Pflegewissenschaften der Universität Wien, die bereits im Dezember vorgestellt wurde, pflegen etwa 42.700 Minderjährige regelmäßig chronisch kranke Familienmitglieder.

Besser genützt werden sollen dazu die Pflege-Hausbesuche, die es ohnehin schon gibt, kündigte der Sozialminister am Freitag im Morgenjournal auf Ö1 an.

Von rund 440.000 Pflegegeldbeziehern würden 20.000 zur so genannten Qualitätskontrolle zu Hause besucht. Wenn unter diesen besuchten Personen Kinder und Jugendliche sind, werde man ihnen gewisse Unterstützung anbieten, so Hundstorfer.

So soll den Kindern etwa die „Auszeit“ von der Pflege nähergebracht werden. Damit sie etwa auf Schulskikurs mitfahren können, ohne sich Sorgen um Mutter oder Vater machen zu müssen, wird bis zu vier Wochen pro Jahr eine Ersatzkraft gefördert. „Dieser Zugang steht bereits seit vielen Jahren offen, aber wir sind draufgekommen, dass hier sehr großes Informationsdefizit besteht.“ Mittels Info-Kampagne soll dieses Defizit nun abgebaut werden.

Zur Frage, wie den Betroffenen am besten geholfen werden kann, läuft derzeit auch eine weitere Studie. Erste Ergebnisse werden im Herbst veröffentlicht.

Die Diakonie, das Hilfswerk der evangelischen Kirche, wies unterdessen auf ihre Internet-Plattform www.superhands.at hin, die Beratung und Begleitung für betroffene Kinder bietet. Über die Ankündigung des Sozialministers zeigte sich Diakonie-Direktor Michael Chalupka erfreut. „Dieses Thema betrifft uns alle – deswegen braucht es dringend öffentliche Gelder.“ (APA, TT)