Innenpolitik

Minister Klugs heikler Besuch im Libanon

Der Verteidigungsminister besuchte die österreichischen UNO-Soldaten im Libanon. Auch eine Kranzniederlegung stand auf dem Programm.

Von Christian Jentsch

Beirut –Begleitet von kriegerischen Tönen des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah besuchte Österreichs Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) gestern die österreichischen Blauhelme der Unifil-Mission im Camp Naqoura im Südlibanon, hart an der Grenze zu Israel. In einer Pufferzone überwachen rund 11.600 Soldaten aus 37 Nationen den heiklen Frieden zwischen dem Libanon und Israel. Nach dem blutigen Krieg zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz im Sommer 2006 mit weit über 1000 Toten wurde die UNO-Truppe aufgestockt und mit einem robusteren Mandat ausgestattet. Auch Österreicher sind seit November 2011 Teil der UNO-Truppe. Derzeit kümmern sich 162 österreichische Blauhelme um die Bereiche Transport und Logistik.

In den vergangenen Jahren schien sich die Lage zu beruhigen. Doch infolge des syrischen Bürgerkrieges, der auch den kleinen Libanon mit in den Abgrund zu reißen droht, wird das Säbelrasseln wieder lauter. Vergangenes Wochenende bombardierten israelische Kampfjets Ziele nahe Damaskus, um Waffenlieferungen an die schiitische Hisbollah, die mit dem Assad-Regime in Syrien verbündet ist, zu zerstören. Nun droht die schiitische Miliz, die auch in der libanesischen Regierung zuletzt ein wichtiges Wort mitzureden hatte, Israel mit Waffen aus Syrien anzugreifen.

Vor dem Besuch im Camp Naqoura besuchte Verteidigungsminister Klug auch die Gedenkstätte bei der Stadt Khiam im Südlibanon. Dort wurde Ende Juli 2006 der österreichische Major Hans-Peter Lang in seiner Beobachterstellung von einem israelischen Geschoss getötet. Er war für die UNO-Beobachtermission UNTSO in der Region tätig. Bei der gestrigen Gedenkveranstaltung mit dabei war auch Langs heute 18-jähriger Sohn Georg.