„Weltladen-Konzept ist aktueller denn je“
Bereits 1996 wurde der heutige 18. Weltladentag initiiert. Dabei steht der gerechte Handelsaustausch im Fokus.
Von Judith Sam
Innsbruck –Landwirte ernten weltweit – in Kalorien ausgedrückt – ein Drittel mehr, als für die Versorgung aller Menschen notwendig ist. Trotzdem hungert jeder sechste Bürger. Das geht aus dem von der Weltbank und den Vereinten Nationen initiierten Weltagrarbericht hervor.
„Die Weltläden stellen eine Alternative zu diesem System dar, das unter anderem für den Hunger des globalen Südens verantwortlich ist“, erläutert Gudrun Danter, die Geschäftsführerin der ARGE Weltläden. In den zwölf Tiroler Filialen würden ausschließlich Produkte wie Schmuck und Nahrungsmittel angeboten, bei deren Herstellung die Löhne gerecht verteilt, keine Kinder beschäftigt und Frauen gleichbehandelt werden: „Allesamt Kriterien, die einen gerechteren, weltweiten Handelsaustausch ermöglichen. In Tirol wird dieses Konzept – das aktueller denn je ist – sehr gut angenommen, da die Konsumenten über die Hintergründe, woher ihre Ware stammt, informiert sein wollen.“
Außerdem würde dank des Weltladen-Konzepts der Hunger der Menschen direkt vor Ort überwunden: „Denn nicht Großhandelsbetriebe, sondern kleine Bauern werden gefördert. Und durch den Anbau heimischer Produkte bleibt die Artenvielfalt erhalten.“
Da diese Themen am Puls der Zeit seien, überrasche es nicht, dass sich ihrer Politik und Wirtschaft immer mehr annehmen. „Um diese Bewusstseinsbildung weiter anzuregen, haben die österreichischen Weltläden 1996 den internationalen Weltladentag, der heute zum 18. Mal stattfindet, mitbegründet.“ Um ihn zu feiern, werden bis Ende Mai von Reutte bis Lienz verschiedene Veranstaltungen angeboten: „Es gibt Ausstellungen, Kaffeeverkostungen oder einen Pflanzentauschmarkt.“ Außerdem kann man sich vor Ort informieren, wie man zum fairen Handel beitragen kann.
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