Eisheilige lassen uns im Regen stehen
Das Phänomen eines Wetter-umsturzes Mitte Mai trifft heuer ganz genau zu. Rund um den Muttertag wird es kalt und nass.
Von Marco Witting
Innsbruck –Pankratius, Servatius, Bonifatius und – natürlich – die kalte Sophie. Jedes Jahr werden sie mit Argwohn erwartet; von Hobbygärtnern, Landwirten, Winzern oder Touristikern. Den Eisheiligen eilt ein zweifelhafter Ruf voraus. Heuer werden sie ihm gerecht. Und das ganz pünktlich.
Dabei geht es heute schon los. Mit der Abkühlung und dem in unseren Breiten weniger bekannten Eisheiligen Mamertus. Maximal acht bis neun Grad sind zu erwarten. Reinhard Prugger von den meteo experts in Lienz erklärt den Umschwung so: „Es kommt seit gestern kältere Luft nach Tirol. Das geschieht dieses Mal in mehreren Staffeln.“ Diese kalte Luft bringt neben Regen auch Schnee. „Speziell von Montag auf Dienstag kann es bis auf 1500 Meter herunter schneien und stellenweise auch Bodenfrost geben“. Keine guten Aussichten also auch für den Muttertag. Zwar kann es zeitweise zu einer Wetterberuhigung kommen, doch die hält nicht lange an.
Die Richtigkeit der alten Bauernregel von den Eisheiligen ist für den Meteorologen „nicht von der Hand zu weisen“. Früher hätten sich die Bauern auf Beobachtungen verlassen. Und die hätten eben gezeigt, dass es Anfang Mai stets eine Kälteperiode gegeben hat. Das sei heuer nicht anders. Nach dem langen Winter habe es in Innsbruck seit Anfang April nur einen Tag gegeben, an dem es statistisch zu kalt war. „Wenn die Temperaturen dann so wie jetzt nach unten gehen, dann fällt das natürlich auf“, sagt Prugger.
Einzig die kalte Sophie (15. Mai) gibt sich 2013 etwas heißblütiger. Am Mittwoch kann das Thermometer sogar bis auf 26 Grad steigen. Noch genauer als bei den Eisheiligen trifft laut Prugger übrigens noch die Bauernregel bei der Schafskälte zu. Mitte Juni ist die Wahrscheinlichkeit von Kälteeinbrüchen und Wetterumschwüngen sehr hoch.
Apropos Wetterextreme: Die wenigsten Österreicher sind ausreichend gegen Unwetterschäden versichert. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse der Versicherungssuchmaschine chegg.net. 60 Prozent der Standard-Elementarversicherungen Überschwemmungs- und Murenschäden decken demnach maximal 5000 Euro ab.
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