Schule im Spannungsfeld von Alkohol und Jugend
Auf Wissen und Aufklärung setzt die Innsbrucker Tourismusschule Villa Blanka, wenn es um den Umgang von Jugendlichen mit Alkohol geht.
Von Denise Daum
Innsbruck –Jugend und Alkohol ist ein heikles Thema. Vor allem Tourismusschulen bewegen sich in einem Spannungsfeld, denn einerseits soll Schülern Wissen über alkoholische Getränke vermittelt und ihr Geschmackssinn bezüglich Wein und Spirituosen verfeinert werden, andererseits müssen Jugendliche vor Alkoholkonsum geschützt und gewarnt werden. Deshalb war einiges an Fingerspitzengefühl gefragt, als die Innsbrucker Tourismusschule ihren Lehrgang zum Jungbarkeeper startete. „Uns war wichtig, die jungen Menschen zu sensibilisieren und über die Gefahren des Alkohols aufzuklären, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben“, erklärt Fachvorstand Anton Kirchmair.
Die Schüler durften also viel schnuppern, schmecken und spucken, wenn es um Whiskey ging, und nur wenig nippen, wenn sie ihre Cocktails mixten. Das Hauptaugenmerk des Lehrgangs lag darauf, Gäste bei der Auswahl von Cocktails zu beraten und diese in fachgerechter Zusammensetzung zu mixen. Während des theoretischen Unterrichts informierte Ausbildungsleiter Josef Kölbl die Schüler darüber hinaus aber auch über die Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum, die Auswirkungen des Alkohols auf den Menschen, bevor im Team darüber diskutiert wurde, warum Jugendliche in der Diskothek Alkohol zu brauchen scheinen.
Zu tief ins Glas schauten die Schüler nicht, aber sie steckten ihre Nase tief hinein. Denn nicht nur Weinkenner brauchen einen feinen Geruchssinn, auch diplomierte Barkeeper müssen über das Aroma Aussagen über Spirituosen treffen können. Und nicht nur das – darüber hinaus müssen sie einiges an theoretischem und praktischem Wissen über Cocktails, Longdrinks und Mixgetränke parat haben. „Die Ausbildung zum Jungsommelier gibt es an der Villa Blanka schon lange, nun sind wir dem Wunsch der Schüler nachgekommen und bieten auch einen Lehrgang zum Jungbarkeeper an“, sagt Kirchmair. 15 Burschen und Mädchen haben das Angebot angenommen und konnten nach 60 Stunden Theorie- und Praxisunterricht vor Kurzem ihr Diplom entgegennehmen.
Begeistert zeigt sich Kölbl vom Engagement und dem verantwortungsvollen Verhalten der Absolventen. „Die Schüler waren sehr interessiert und motiviert, nicht einmal gab es Schwierigkeiten in Bezug auf Alkohol.“ Auch Kreativität war gefragt, denn neben der Herstellung von Standardmixgetränken wie Old Fashioned Manhattan mussten sie bei der Prüfung auch einen alkoholfreien Cocktail selbst kreieren.
Zur Abschlussprüfung reiste eine externe Prüfungskommission nach Innsbruck, die aus zwei Diplom-Barkeepern – einer aus der Wirtschaft, einer aus dem schulischen Bereich – bestand. „Die Fachjury attestierte uns ein hohes Niveau und war beeindruckt“, freut sich Kölbl über das positive Feedback.
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