Eishockey-WM

Trotz Sensation gegen Slowakei muss Österreich weiter zittern

Torhüter Bernhard Starkbaum mit seinen Glanzparaden und Thomas Vanek brachten dem Nationalteam zwei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg.

Helsinki – Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat am Freitag in Helsinki erstmals bei einer WM einen Vize-Weltmeister geschlagen. Die ÖEHV-Auswahl besiegte dank eines überragenden Torhüters Bernhard Starkbaum, eines Gewaltschusses von Routinier Gerhard Unterluggauer und eines nervenstarken Thomas Vanek die Slowakei mit 2:1 nach Penaltyschießen. Fünf Punkte könnten aber zu wenig sein für den Klassenerhalt, daher ist Österreich am Samstag (15.15 Uhr/live ORF eins) gegen Gastgeber Finnland auf die nächste Überraschung aus.

Der Sieg über die Slowakei ist wohl eine der fünf größten rot-weiß-roten WM-Sensationen in der Neuzeit nach Unentschieden gegen Finnland 2000 (3:3) und Kanada 2004 (2:2) sowie Siegen gegen die Slowakei 1996 (2:1) und die USA 2001 (3:0). „Ich bin stolz. Für mich ist wichtig, dass die Spieler daran glauben. Wenn du glaubst und als Gruppe gemeinsam arbeitest, ist alles möglich“, sagte Teamchef Manny Viveiros, der hervorhob, dass Österreich erstmals seit dem Aufstieg 1992 bei einer A-WM ohne Austro-Kanadier spielt.

Allerdings geht es 24 Stunden später gleich weiter. Die Partie gegen Finnland ist nicht weniger wichtig, könnten doch selbst zwei Siege gegen die gestandenen A-Nationen Slowakei und Lettland nicht reichen. Österreich (5) liegt vor Deutschland (4) und Lettland (3) und könnte noch von beiden Teams überholt werden. „Wir werden uns auf fünf Punkten nicht ausrasten. Wir haben noch zwei Spiele, natürlich haben wir noch zwei Top-Mannschaften, wir sagen uns aber immer: Warum nicht? Natürlich brauchst du Glück dabei, aber du musst dir das Glück erarbeiten“, betonte Viveiros.

Das Programm allerdings ist heftig. Österreich hat wohl das zeitlich schwerste Programm mit zwei Spielen hintereinander, einem Tag Pause und dann wieder einem Doppel. „Dieses Programm ist ein Wahnsinn, aber wir können dagegen nichts tun“, meinte der Teamchef, der auch über Sensationen anderer Teams nicht reden will.

Vielmehr lobt er seinen Torhüter. „Für uns muss der Torhüter der beste Mann sein und das ist Bernd (Anm.: Starkbaum) derzeit für uns“, sagte Viveiros. Starkbaum hielt das Team vor allem mit Mitteldrittel im Spiel, als er alle 23 Schüsse abwehrte. „Wir haben eine gute Teamleistung abgerufen, uns an das System gehalten, Spieler vom Tor weggeblockt, sie haben mir die Schüsse von außen gegeben, und wenn Rebounds da waren, waren die Verteidiger da und haben die Situation geklärt“, gab Starkbaum das Lob an seine Vorderleute weiter.

Der Schweden-Legionär hatte nicht den besten Start ins Turnier, sich aber zur Hochform gesteigert. „Ein, zwei blöde Tore gehören dazu, Fehler passieren. Da muss man jede Sekunde bereit sein, das war vielleicht nicht der Fall. Aber das ist Vergangenheit, ich konzentriere mich auf die nächsten Schüsse“, so Starkbaum, der im Penaltyschießen mit Vanek zum Matchwinner wurde.

Starkbaum wehrte alle drei Versuche der Slowaken ab, Vanek traf als einziger Spieler. „Ich habe gewartet, dass der Goalie die erste Bewegung macht und das ist aufgegangen“, beschrieb der NHL-Stürmer der Buffalo Sabres seinen erfolgreichen Versuch.

Auch er hob aber Starkbaum und die Teamleistung hervor. „Wenn man kämpft und die am Papier bessere Mannschaft verunsichert, dann kann einiges drin sein. Das ist uns heute gelungen, das gleiche Ziel haben wir morgen auch“, erklärte Vanek, der aber den vergebenen Punkten nachtrauert, die durchaus in Reichweite lagen. „Siege fühlen sich immer gut an, gerade wenn man zu einer A-WM kommt, bei der es für Österreich immer schwer ist. Fünf Punkte sind nach fünf Partien okay. Aber es hätten acht, neun auch sein können.“ (APA)

Weitere Ergebnisse

Slowenien - Tschechien 2:4 (2:2,0:0,0:2). Tore: Sabolic (7./PP), Ticar (12.) bzw. Koukal (6./PP), Hudler (20./PP), Michalek (46.), Novotny (56./PP).

Russland - Finnland 2:3 (0:1,1:2,1:0). Tore: Radulow (24./PP), Kowaltschuk (59.) bzw. Kontiola (4., 28.), Aaltonen (37./PP).

Weißrussland - Kanada 1:4 (0:2,0:1,1:1). Tore: Jefimenko (56.) bzw. O‘Reilly (12.), Ladd (17./PP), Stamkos (26./PP), Giroux (43./PP)