Weltpolitik

Parlamentswahl in Pakistan begonnen - Angst vor Taliban-Anschlägen

Islamabad (APA/dpa/Reuters/AFP) - Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Samstag in der Früh in der südasiatischen Atommacht Pakist...

Islamabad (APA/dpa/Reuters/AFP) - Unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Samstag in der Früh in der südasiatischen Atommacht Pakistan die Parlamentswahl begonnen. Die fast 70.000 Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr (Ortszeit/05.00 Uhr MESZ). Bis 17.00 Uhr sind mehr als 86 Millionen Menschen aufgerufen, über die Vergabe von 272 der insgesamt 342 Parlamentssitzen zu entscheiden. Es ist das erste Mal in der 65-jährigen Geschichte des Landes, dass eine zivile Regierung die Macht an demokratisch gewählte Nachfolger übergibt.

Umfragen zufolge ist mit einem knappen Ausgang zu rechnen, weil die Partei des früheren Cricket-Stars Imran Khan in der Schlussphase des Wahlkampfs offenbar auf den favorisierten ehemaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif aufgeschlossen hat. Khan, der sich im Wahlkampf bei einem Sturz schwer verletzt hat, kann mit 25 Prozent der Stimmen rechnen und liegt damit nur knapp hinter Sharifs Pakistanischer Muslimliga (PML-N). Sharif strebt nach 14 Jahren wieder an die Macht strebt. Der bisher regierenden Pakistanischen Volkspartei (PPP) von Präsident Asif Ali Zardari sagen die Umfragen eine schwere Niederlage voraus.

Langwierige Koalitionsverhandlungen könnten Reformen in dem Land verzögern, das unter anderem mit wirtschaftlichen Problemen und gegen Islamisten kämpft. Mehr als 620.000 Sicherheitskräfte sollen die Abstimmung vor Anschlägen der mit der Al-Kaida verbündeten, radikal-islamischen pakistanischen Taliban schützen. Sie lehnen die Abstimmung als unislamisch ab und haben für den Wahltag Selbstmordanschläge angekündigt. Schon der Wahlkampf war von zahlreichen Gewalttaten überschattet. Bei Anschlägen auf Kandidaten und Parteibüros wurden in den vergangenen Wochen mehr als 120 Menschen getötet.