Einer von vier im Abstiegsroulette

Im Saisonfinish der Fußball-Bundesliga könnte man rund um die Abstiegsfrage Spekulationssteuer verlangen: Gegen Wacker sprechen die Strafverifizierung und Herbst-Ergebnisse, für Wacker die Kirchler-Tabelle.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Drei Runden vor Schluss stecken vier Teams noch tief im Abstiegsstrudel der tipp3-Fußball-Bundesliga. „Einer von vier“, lautet die Ansage im Abstiegsroulette, aber eigentlich ist wie bei 6 aus 45 im Lotto alles möglich. So wurde in den vergangenen drei Runden die rote Laterne von Innsbruck nach Mattersburg, dann gleich weiter zur Admira und am Samstag wieder zurück nach Tirol gereicht. „Im Extremfall könnte ein Punkt reichen oder sechs zu wenig sein“, ist auch Wacker-Coach Roli Kirchler bewusst, dass bis zum Saisonabschluss am 26. Mai Nerven aus Stahl gefragt sind.

Fallen die Ergebnisse der restlichen Runden so aus wie die Paarungen im Herbst, dann schlägt den Schwarzgrünen aus Tirol die Stunde. Betrachtet man die „Kirchler-Tabelle“, also jene 22 Runden, in den der neue Wacker-Coach im Amt war, dann müsste sich das Trio aus dem Osten den letzten Platz ausmachen. Beides Zahlenspiele, die schon am Samstag keinen Sinn mehr machen könnten.

Es gibt ihn freilich doch, jenen zumindest einen fixen Parameter in diesem Abstiegskampf. Das Torverhältnis zählt für den FC Wacker nicht. Durch die 0:3-Strafverifizierung im Herbst-Heimspiel gegen Sturm werden die Tiroler bei Punktegleichheit automatisch zurückgereiht. „Ob wir 0:1 oder 0:3 verlieren, war auch schon wurscht“, meinten die Wacker-Kicker denn auch nach dem Austria-Spiel, als in den letzten Minuten alles nach vorn geworfen wurde.

Die 30 Punkte, die der FC Wacker nach 33 Runden auf dem Konto hat, sind also definitiv zu wenig. Also wo und wie die nötigen Punkte einfahren? „Man kann es drehen und wenden, wie man will – das Heimspiel gegen Sturm Graz müssen wir gewinnen.“

Die ideale Konstellation aus Tiroler Sicht: Ein Punkt am Samstag in Salzburg, dann ein Heimsieg am nächsten Mittwoch gegen Sturm bei zwei gleichzeitigen Niederlagen von Wr. Neustadt – und die letzte Runde in Wolfsberg wäre ein lockerer schwarzgrüner Betriebsausflug.

Es gibt aber auch ein echtes Horror-Szenario – wenn Mattersburg und der Admira im abschließenden direkten Duell jeweils ein Zähler im Papelstadion reichen würde und der FC Wacker dann womöglich punktegleich mit den drei Clubs aus dem Osten Letzter wird.