Abstimmung über Anteile an Kraftwerk

Die Gemeindeaufsichtsbehörde gab das „Go“ für die Beteiligung der Kommunen an der Kraftwerks-GmbH. Nun sind die Gemeinderäte am Wort.

Von Claudia Funder

Virgen, Prägraten –Angedacht war die Beteiligung der Gemeinden Virgen und Prägraten am 147-Mio.-Kraftwerksprojekt an der Isel von Anfang an. Gegründet wurde die „Wasserkraft Obere Isel GmbH“ Ende letzten Jahres aber dann doch alleine vom Projektentwickler Infra – mit der notariell hinterlegten Option der Gemeinden auf 50 %. Es galt, noch letzte Unklarheiten mit der Behörde auszuräumen, man wollte die Projektentwicklung jedoch nicht verzögern, hieß es damals.

Nun hat die Gemeindeaufsichtsbehörde für den Vertragsentwurf grünes Licht signalisiert. Morgen Mittwoch stimmen die Gemeinderäte von Virgen und Prägraten parallel in ihren jeweils um 20 Uhr startenden Sitzungen über den Einstieg der Gemeinden in die Gesellschaft ab. „Ich erwarte mir die Zustimmung zu den Verträgen“, so BM Dietmar Ruggenthaler (Virgen) im Gespräch mit der TT. Auch BM Anton Steiner (Prägraten) ist zuversichtlich.

Derzeit ist die Gesellschaft zur Gänze in Händen der Infr­a. Virgen und Prägraten werden sich – verläuft die Abstimmung positiv – vorerst zu 50 % beteiligen. Geschäftsführer sollen die beiden Gemeindechefs und Infra-GF Wolfgang Widmann sein. „Die Gemeinden halten in Grundsatzfragen wie der Vertragsänderung eine Sperrminorität“, so Steiner. Außer dem anteiligen Stammkapital von 200.000 Euro entstünden ihnen keine Kosten, falls das Kraftwerk nicht genehmigt werden würd­e. Die Ausfallshaftung bis zur Genehmigung trägt zur Gänze der Projektentwickler.

Gespräche mit möglichen Energieversorgungsunternehmen (EVU) sind im Gange. „Zwei Hände wären zu viel, eine ist zu wenig“, so Ruggenthaler kryptisch über die Anzahl der Gesprächspartner. „Es könnten auch mehrere EVU-Partner einsteigen“, so Steiner. „Wir lassen uns aber nicht durch einen straffen Zeitplan treiben.“ In der ersten Phase wird das bzw. werden die EVU mit bis zu 50 Prozent in die GmbH einsteigen. Steine­r: „Die Infra wird sukzessive aussteigen. 25 bis 35 Prozent sollten schlussendlich bei den Gemeinden bleiben.“