Tagebuch aus Malmö: Teil 2

Auf die Leitung stehen und ganz viel gehen

TT-Redakteurin Christiane Fasching berichtet die ganze Woche vom Song Contest in Malmö und im Tagebuch von ihren Eindrücken rund um den Liederstreit.

Malmö ist grün hinter den Ohren: Und stolz darauf. In der 300.000 Einwohner-Stadt gibt‘s mindestens genauso viel Fahrräder – und damit darf man auch durch die Fußgängerzone cruisen, ohne angepöbelt oder von einem Taxi angefahren zu werden.

Sein „Cykel“, das meist ein in die Jahre gekommenes Damen-Fahrrad ist, besteigt übrigens niemand mit Helm. Warum? Weil‘s blöd aussehen würde – manchmal geht Stil eben über Sicherheit. Wer keine Lust dazu hat, in die Pedale zu steigen, der nimmt die Beine in die Hand und marschiert, während sich das Auto für Wochenend-Ausflüge ausrastet.

Mit einem aufmunternden „Go Go Go“ werden auch die Song-Contest-Touristen zum umweltfreundlichen Malmö-Rundgang aufgefordert. Im Notfall darf man aber auch auf die Öffis umsteigen, die hier mit Biogas betrieben werden. Gewonnen wird dieses aus den Essensresten, die Malmös Bürger seit heuer sammeln.

Ich hab das erst nach dem Frühstück erfahren – und werde morgen vorsorglich ein Stück vom Lachsbrötchen übrig lassen, das übrigens himmlisch geschmeckt hat. Von den eigentümlich aussehenden Hot Dogs, die hier offenbar Nationalgericht sind, lass ich lieber die Finger. Man muss ja nicht jeden Trend mitmachen.

Dafür hab ich schon vom überall angepriesenen „Tap-Water“ gekostet - und es für trinkbar befunden. Mehr allerdings auch nicht, was nicht weiter verwunderlich ist. Besagtes Wässcherchen ist nämlich kein linksdrehendes mit schwedischem Elfenstaub versetztes Wundergetränk, sondern ganz simples Leitungswasser. Unter uns: Tiroler Tap-Water schmeckt besser. (fach)