Deutsche Grüne wollen Pädophilie-Vorwürfe aufklären
Bei den deutschen Grünen warben früher Verfechter von Sex mit Kindern für ihr Anliegen. Jetzt will die Partei Licht ins peinliche Dunkel bringen.
Berlin – Die deutschen Grünen wollen den Einfluss von Gruppen mit pädophilen Zielen in den Anfangsjahren der Partei aufarbeiten. „Wir wollen genauer wissen, wie lange und in welchem Umfang Gruppen, die völlig inakzeptable pädophile Forderungen nach Strafffreiheit für Sexualität von Erwachsenen mit Kindern vertreten haben, innerhalb der Partei wirken konnten“, heißt es in einem Beschluss des Parteivorstands vom Montag. Spitzenkandidat Jürgen Trittin sagte, ein unabhängiger Parteienforscher solle bis zum Jahresende einen Bericht vorlegen.
Der Spiegel hatte berichtet, dass eine „Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle“ („BAG SchwuP“) bei den Grünen für die Legalisierung von Sex mit Kindern war und in der Partei in den 80er Jahren einen größeren Einfluss als bisher bekannt gehabt habe.
Trittin sagte, das Auftreten der entsprechenden „Indianerkommune“ auf Parteitagen sei unübersehbar gewesen und habe ihn stets genervt. „Dass es da auch Fehlbeschlüsse gegeben hat, wissen Sie aus der Debatte aus 1985, als die Landespartei in Nordrhein-Westfalen einen Beschluss gefasst hat, der dazu geführt hat, dass sie nicht in den Landtag reingekommen sind.“
Laut Spiegel war es der größte Erfolg der Pädophilen bei den Grünen, dass der NRW-Landesparteitag damals eine Forderung billigte, „gewaltfreie Sexualität“ zwischen Erwachsenen und Kindern zu erlauben. Der Beschluss sei dann wieder kassiert worden.
Die „SchwuP“ war dem Bericht zufolge 1984 aufgewertet worden, indem sie dem Arbeitskreis „Recht und Gesellschaft“ der Bundestagsfraktion zugeordnet wurde. Sieben Jahre nach der Gründung der Grünen hätten die Pädophilen ihren Einfluss auf die Partei verloren. 1987 sei die „SchwuP“ aufgelöst worden.
CSU kritisiert Grüne
CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt warf der Grünen-Spitze vor, ihre schützende Hand „über einen widerwärtigen Pädophilen“ wie den Europapolitiker Daniel Cohn-Bendit zu halten und die Aufklärung zu verhindern. Die Grünen müssten offenlegen, wie viel Geld von der Grünen-Bundestagsfraktion und der Partei an Pädophilen-Organisationen geflossen sei.
Cohn-Bendits Rolle bei dem Thema ist seit Wochen wieder im Gespräch. 1975 hatte er in einem halb fiktiven Buch über seine Zeit als Kindergärtner geschrieben: „Es ist mir mehrmals passiert, dass einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen haben, mich zu streicheln.“ Im Spiegel bekräftigte er nun: „Es ist eine Provokation. Geschmacklos, dumm, aber eben eine Provokation.“ (dpa)