Ein schützendes Dach für die wertvollen Fresken

Die Pfarrgemeinde Bichlbach hat mit den Renovierungsarbeiten an ihrer Kirche begonnen. Im Inneren gibt es prächtige Zeiller-Fresken.

Von Alexander Paschinger

Bichlbach –Die Vorbereitungen für das große Vorhaben laufen schon seit Jahren. Immerhin werden die Arbeiten insgesamt, laut Schätzung des bischöflichen Bauamtes, „rund 850.000 Euro kosten“, erklärt Gebhard Müller. Der pensionierte Banker und engagierte Bichlbacher wechselte direkt vom Zunftmuseum im Alten Widum hinüber zur Pfarrkirche. Gestern wurden die Dachschindeln angeliefert. Die Außenrenovierung des Gotteshauses wird allein schon 140.000 Euro verschlingen. „Es ist aber hoch an der Zeit, dass das Dach repariert wird“, so Müller und führt in das Innere der Laurentius-Kirche.

Die Kirche wird von prächtigen Deckenfresken überspannt. Über dem Altarraum ist die Brotvermehrung, im Langschiff das Martyrium des heiligen Laurentius dargestellt. An den Seitenwänden dazu noch ein barocker Kreuzweg. Allesamt Werke aus der Werkstatt der Reuttener Künstlerfamilie Zeiller. Müller zeigt hoch auf die Fresken und weist auf die Wasserschäden, die durch das lecke Dach entstanden sind.

Und er erklärt, warum die Bichlbacher Kirche derart prächtig ausgeschmückt ist: Das hänge mit der alten Diözesangrenze zwischen Brixen und Augsburg zusammen. Bichlbach war die erste Kirche im Augsburger Bereich – und so wollte das alte Bistum dem Reisenden auch gleich zeigen, wie reich und mächtig man sei. „Ähnliches gilt ja auch für die Lermooser Pfarrkirche, welche die erste auf der Brixener Seite war.“

Umso mehr gelte es nun, diesen außergewöhnlichen Kunstschatz zu erhalten. Das Dach sei dazu der erste, vor allem aber ein wichtiger Schritt. Die Pfarrgemeinde hat in der Vergangenheit schon viel an Spenden aufgebracht – in der Kirche steht sogar noch das leere Tablett vom letzten Kuchenverkauf. „Wir werden weiter solche Aktionen setzen – und hoffen natürlich auch auf Spenden von Kirchenbesuchern“, so Müller, der hofft, dass die Arbeiten in fünf bis sechs Jahren abgeschlossen und finanziert sind.