Auf vier Rädern den Filzball übers Tennisnetz jagen
Kürzlich wurde die erste Tiroler Kinder- und Jugendmeisterschaft im Rollstuhltennis ausgetragen. Der Tiroler Verein sucht noch Mitglieder.
Von Angela Dähling
Schwaz –Sie teilen ein Schicksal und eine sportliche Leidenschaft: Lucas Rieder aus Bruck a. Z., Clemens Marti aus Jenbach, Jakob Wetscher aus Hopfgarten, Umutcan Domurcuk aus Langkampfen, Dominik Bellinger aus Ellmau und David Egger-Rieder aus Ebbs. Die Buben im Alter von 6 bis 14 Jahren sitzen im Rollstuhl. Die Kraft, die in den Beinen fehlt, machen sie mit ihren Armen wett. Denn sie sind allesamt fleißige Tennisspieler und eifern damit Martin Legner aus Mils nach, Österreichs erfolgreichstem Rollstuhltennisspieler.
Evi und Peter Höck aus Stans haben vor anderthalb Jahren begonnen, die Tennis-Rollstuhlgruppe des Tiroler Behindertensportverbandes zu verjüngen. Sie traten mit ihrem Angebot an Schulen sowie diverse Selbsthilfegruppen heran. Vorerst mit einem Jugendlichen aus Jenbach wuchs die Gruppe auf momentan sechs Burschen an, die ganzjährig regelmäßig in der Schwazer Tennishalle beim Silberbergwerk trainiert werden.
„Neben dem Spaß am Sport und den Erfolgserlebnissen ist das Training auch eine Form der Therapie“, erklärt Trainer Peter Höck. „Durch die Stärkung der Armmuskulatur werden die Kinder selbstständiger“, erklärt er und dass er gerne noch mehr Kinder und Jugendliche im Rollstuhl trainieren würde. „Es sind noch Plätze frei“, so Höck, der sich auf Anmeldungen unter Tel. 0664/4971767 freut.
Die Tiroler Kinder- und Jugendmeisterschaft im Rollstuhltennis, die kürzlich erstmals stattfand, machten die sechs Trainingskinder von Höck daher in der Schwazer Tennishalle unter sich aus. Da sie alle noch wenig Erfahrung im Tennisspielen haben, mussten sie fünf Geschicklichkeitsbewerbe absolvieren. Dabei ging es um richtiges Fahren mit dem Rollstuhl, aber auch Spiele mit Tennisball und Tennisschläger waren dabei. Unter Jubel- und Anfeuerungsrufen von Eltern, Freunden und Verwandten im Publikum erkämpfte sich Lucas Rieder den Tiroler Meistertitel, gefolgt von David Egger-Rieder und Umutcan Domurcuk. Von Helmut Hörtnagl, Präsident des Tiroler Behindertensportverbandes, und seiner Stellvertreterin Gisela Danzl erhielten alle sechs Teilnehmer Pokale und Urkunden.
Zudem wurde die erste gesamte Tiroler Meisterschaft im Rollstuhltennis ausgetragen. Die Südtiroler Michael Stampfer und Ivan Tratter siegten im Doppel, Nicolas Laquetin (Rollstuhl Sportclub Tirol Unterland) wurde Tiroler Meister im Einzel.