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Leitstelle beschäftigt Staatsanwalt

Symbolfoto.
© TT/Thomas Böhm

Die Tiroler Leitstelle kommt nicht zur Ruhe: Ein Betriebsrat wurde jetzt beurlaubt, ein Chef wegen Betruges angezeigt.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Verdacht des Betruges: So lautet der schwere Vorwurf gegen einen führenden Mitarbeiter der Leitstelle Tirol, der seit Kurzem auch die Innsbrucker Staatsanwaltschaft beschäftigt: „Wir haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, bestätigt auf TT-Anfrage Hansjörg Mayr, Sprecher der Anklage­behörde.

Auch die Polizei ist mittlerweile informiert: Beamte der Innsbrucker Kripo erhielten den Auftrag, die Vorwürfe zu prüfen.

Vorwürfe, die angeblich vom Technischen Leiter der Leitstelle kommen. Der mittlerweile beurlaubte Betriebsrat soll seinen Vorgesetzten beschuldigen, ihn zu illegalen Manipulationen angewiesen zu haben.

Konkret geht es dabei dem Vernehmen nach um 300 Arbeitsstunden, die der EDV-Techniker auflisten und dem Land Tirol als Eigentümer der Leitstelle melden sollte.

Das Problem: Laut Anzeige wurden die 300 Arbeitsstunden tatsächlich nie geleistet. Als Begründung für den Mehraufwand, so wirft der Mitarbeiter angeblich seinem Chef vor, sollte ein massiver Bug (technischer Fehler)im Computerprogramm der Leitstelle dienen. Ein Bug, der laut Anzeige ebensowenig der Realität entsprach wie die 300 Extrastunden.

Der Cheftechniker soll sich geweigert haben, die angebliche Weisung umzusetzen.

Ob seine Beurlaubung mit diesem Akt des „Ungehorsams“ zusammenhängt, war am Donnerstag nicht in Erfahrung zu bringen.

„Ich kann zwar bestätigen, dass der Mitarbeiter beurlaubt wurde, über die Hintergründe darf und will ich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nichts sagen“, gab sich Herbert Walter, Leiter des Zivil- und Katastrophenschutzes (Tiroler Landesregierung) und Aufsichtsratsvorsitzender der Leitstelle, zugeknöpft. Auch die Vorwürfe des EDV-Technikers wollte Walter nicht kommentieren – „ich höre das so zum ersten Mal“.

Ebenso wortkarg gab sich der von seinem Mitarbeiter beschuldigte Chef. „Ich weiß nichts von der Anzeige und kann mich daher auch nicht dazu äußern“, bittet der Betroffene um Verständnis.

Der beurlaubte EDV-Techniker, der die Anzeige offenbar verfasst und den Behörden übergeben hat, war für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar.