Reise

Rettende SMS in Krisenfällen

Das mobile Katastrophenwarnsystem: Wer sich vor einer Reise beim Außenministerium registriert, wird ab Juni via SMS vor Unglücken und Anschlägen im Urlaubsland gewarnt.

Von Judith Sam

Wien –Sollten Sie demnächst eine SMS vom Außenministerium erhalten, ist das kein gutes Zeichen. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in dem Urlaubsland, in dem Sie sich gerade befinden, eine Naturkatastrophe wütet oder ein Terroranschlag die Bevölkerung ängstigt.

Neben der kostenlosen App namens „Auslandsservice“ bietet das Außenministerium nämlich ab Juni auch eine Reiseregistrierung für alle Länder der Welt an. „Im Fall einer Krise oder Naturkatastrophe können wir Sie dann rascher kontaktieren, informieren und Ihnen in schwierigen Situationen zur Seite stehen“, verspricht Außenminister Michael Spindelegger.

Wer vor Urlaubsantritt unter www.reiseregistrierung.at seine Reiseroute und Kontaktdaten angibt, wird via SMS informiert, was vorgefallen ist und an wen man sich wenden kann. Grundsätzlich ist es möglich, in dringenden Fällen den Bereitschaftsdienst des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten unter 0043/5011/50/4411 oder post@bmeia.gv.at zu kontaktieren.

Dank der Reiseregistrierung kann auch die Familie im Heimatland besser informiert werden. Bei dem Tsunami-Unglück 2004 in Asien wusste man anfangs etwa nicht, wie viele Österreicher betroffen sind. Ein Mann galt als verstorben, meldete sich jedoch Monate später bei seiner Familie. Er war schlichtweg kurz vor dem Unglück weitergereist. Dank der Reiseregistrierung sind derartige Ungewissheiten leicht vermeidbar.

Die Daten, die man beim Ministerium angibt, werden 14 Tage später wieder gelöscht. Denn es gehe nicht um das Sammeln von Informationen für „einen Überwachungsstaat“. Doch Spindelegger warnt: „Die Reiseregistrierung ersetzt nicht die Eigenverantwortung.“

Das zweite Hilfsmittel, das vom Außenministerium schon seit Längerem angeboten wird, ist die App namens „Auslandsservice“. Sie wurde bisher bereits von mehr als 50.000 Österreichern auf das Handy geladen und zeigt die Adressen wichtiger Vertretungen im Urlaubsland. Man sieht etwa Telefonnummern der jeweiligen Botschaft und ob eine Reisewarnung für das Land oder die Region vorliegt.

In Sachen Reisewarnung werden übrigens sechs Stufen unterschieden: vom guten Sicherheitsstandard, der etwa in Deutschland der Fall ist, bis zu Stufe sechs – der Reisewarnung für das gesamte Land. Dort ist mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen zu rechnen.

Derzeit gibt das Außenministerium Reisewarnungen für 14 Länder, darunter den Irak und Haiti, aus. Partielle Reisewarnungen, wo nur einzelne Gebiete bedrohlich sind, gibt es für 20 Länder – u.a. für Ägypten und Japan.