Landespolitik

Inntal-S-Bahn fährt ab Winter bis Jenbach

In seiner letzten Pressekonferenz präsentierte der scheidende LHStv. Anton Steixner den S-Bahn-Ausbau bis Jenbach. Durch sie wird eine Verbindung mit Innsbruck im 30-Minuten-Takt möglich.

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Für Landeshauptmann-Stellvertreter und Mobilitätslandesrat Anton Steixner (VP) ist es „der Abschluss einer Geschichte, für die ich mich intensiv eingesetzt und mit Leidenschaft gearbeitet habe“. Die Rede ist vom Ausbau der S-Bahn, die mit der Vorstellung einer Verlängerung bis nach Jenbach vorerst ihren Abschluss gefunden hat. „Der Nahverkehr in Tirol hat ein Herzstück. Und das ist die S-Bahn“, betonte Steixner, der kurz nach der Übernahme des Ressorts für öffentliche Mobilität in der Landesregierung 2006 den Startschuss für das S-Bahn-Projekt und dessen Ausbau gab.

2007 startete die erste S-Bahn-Linie zwischen Hall und Telfs mit einem 30-Minuten-Takt, 2008 folgte eine zweite für das Wipptal, ebenfalls mit 30-Minuten-Takt zwischen Steinach am Brenner und Innsbruck. Ein Projekt, dem viele zunächst wenig Erfolg zutrauten. „Die Wipptal-S-Bahn hat sich aber im Gegenteil sensationell entwickelt“, erklärte Steixner. Seit 2008 fahren die Züge zwischen Innsbruck und Hall außerdem alle 15 Minuten. Ein Jahr später wurde die Inntal-S-Bahn bis nach Fritzens-Wattens ausgebaut, im kommenden Dezember startet der 30-Minuten-Takt bis nach Jenbach. 68.000 Einwohner in dem Einzugsbereich können von dem neuen Angebot, das sich das Land 1,7 Mio. Euro jährlich zusätzlich kosten lässt, profitieren, so Steixner.

„Jenbach ist ein Hotspot im Verkehr“, betonte auch Jörg Angerer, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Tirol (VVT). Immerhin handle es sich bei Jenbach um einen Knotenpunkt zwischen Inntal, Zillertal und der Achensee-Region. Von der Fahrplanverbesserung profitieren neben Jenbach die Bezirkshauptstadt Schwaz, die Einwohner an den Haltestellen Stans, Pill-Vomperbach sowie Terfens-Weer. Insgesamt können über 68.000 EinwohnerInnen in diesem Gebiet den neuen 30-Minu­tentakt nutzen. Innerhalb der ersten 3 Jahre wird mit einem Potenzial von rund 2400 Fahrgästen täglich gerechnet.

Den Fahrgästen in Schwaz und Jenbach wird mit der S-Bahn-Erweiterung in den Hauptverkehrszeiten sogar alle 15 Minuten ein Zug von und nach Innsbruck angeboten, denn der fixe S-Bahn-Takt wird hier von zahlreichen REX- und Intercity-Zügen (IC) verstärkt. Auch auf gute Anschlussmöglichkeiten wurde geachtet. So haben in Jenbach alle S-Bahn-Verbindungen unmittelbare Bus-Anschlüsse in das Zillertal; alle REX-Züge werden an die Züge der Zillertalbahn angebunden.

Mit den geplanten neuen S-Bahn-Haltestellen in Innsbruck und Hall/Thaur sei der Ausbau der Inntal-S-Bahn vorerst abgeschlossen, so Angerer, der sich bei Steixner für die gute Zusammenarbeit bedankte. Auch Klaus Garstenauer, Leiter der ÖBB-Personenverkehr AG, lobte Steixners Einsatz für den öffentlichen Verkehr: „Er hat uns mit seiner ihm eigenen Autorität oft dazu gebracht, dass wir über unseren Schatten springen.“

Seit Inbetriebnahme der S-Bahn 2007 haben sich die Fahrgastzahlen verdoppelt, 200.000 Menschen leben im Einzugsbereich der Linien.