Mutter von Vergewaltigungsopfer weinte vor indischem Gericht
Zum ersten Mal traf die Mutter der 23-jährigen Studentin auf die Männer, die im Dezember ihre Tochter mehrfach vergewaltigt haben sollen.
Neu-Delhi – Die Mutter der indischen Studentin, die im Dezember an den Folgen einer brutalen Vergewaltigung starb, hat unter Tränen vor Gericht ausgesagt. „Die Täter sollten so schnell wie möglich hängen. Wir hoffen jeden Tag, dass wir bald Gerechtigkeit bekommen“, sagte sie nach der Anhörung am Freitag. Die Eltern sowie ein Bruder der 23 alten Studentin begegneten bei der Anhörung zum ersten Mal den mutmaßlichen Tätern.
Die Angeklagten hätten im Gerichtssaal gelächelt, sagte der Bruder des Opfers. „Sie schämen sich nicht. Ich wollte sie schlagen und konnte mich nur unter größter Anstrengung zurückhalten.“ Die Verteidiger nahmen die 46 Jahre alte Mutter der Toten ins Kreuzverhör. Bei Fragen nach den Todesumständen brach sie immer wieder in Weinkrämpfe aus.
Die Angeklagten stehen im Verdacht, die junge Frau in einem Bus in Neu Delhi entführt und gefoltert zu haben. Sie starb zwei Wochen später an ihren Verletzungen. Die Gewalttat führte zu teils gewaltsamen Unruhen und Protesten in Indien. Demonstranten forderten schärfere Strafen für Vergewaltiger. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist in Indien ein großes gesellschaftliches Problem.
Vier Männer stehen in dem Fall vor Gericht. Ein fünfter Beschuldiger war im März erhängt in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden. Ein weiterer Verdächtiger, der zum Tatzeitpunkt noch nicht volljährig war, steht vor einem Jugendgericht. Nach Angaben eines Verteidigers könnte das Urteil im Juli gesprochen werden. (APA/dpa)