Mehr als 60 Tote: Verheerender Tornado zerstört Stadt in Oklahoma

Ohne Vorwarnzeit aber mit enormer Wucht walzte ein Tornado am Montag durch einen Vorort von Oklahoma City. Eine Volksschule wurde dem Erdboden gleichgemacht, mindestens 20 Kinder kamen ums Leben. Die Suche nach Vermissten ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

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Oklahoma City - Durch den Tornado in Moore im US-Bundesstaat Oklahoma sind nach jüngsten Behördenangaben weniger Menschen ums Leben gekommen als befürchtet. Die Gerichtsmedizin in Oklahoma City korrigierte die Zahl der Todesopfer am Dienstag auf 24, nachdem sie zuvor von 51 registrierten Toten gesprochen hatte. Außerdem hatte die Behörde erklärt, Bergungstrupps hätten von 40 weiteren Toten gesprochen, die aber noch nicht in die Gerichtsmedizin gebracht worden seien.

Einige Leichen seien möglicherweise doppelt gezählt worden, hieß es. „Es herrschte viele Chaos“, sagte eine Behördenvertreterin zur Begründung für die neuen Zahlen. Bis auf drei seien alle Leichen identifiziert. Mehr als 230 Menschen seien zudem in der Stadt Moore verletzt worden, berichtete der Lokalsender KFOR-TV unter Berufung auf Behörden. US-Präsident Barack Obama erklärte Teile des Bundesstaats Oklahoma zum Katastrophengebiet und sicherte schnelle Hilfe zu.

Drei Kilometer breite Spur der Verwüstung

Auf seinem gut drei Kilometer breiten Pfad der Verwüstung, der mitten durch das Wohngebiet von Moore führte, hatte der Wirbelsturm eine Volksschule beschädigt und eine andere dem Boden gleichgemacht. Mindestens sieben Kinder starben in dem Gebäude, berichtete der Nachrichtensender CNN. Unter den Trümmern wurden weitere Leichen befürchtet. Viele Kinder wurden zunächst vermisst. Einige hatten sich laut CNN an sichere Orte retten können. 75 Schüler und Lehrkräfte hätten in der Schule Zuflucht gesucht, als der Tornado am Montagnachmittag (Ortszeit) die Vorstadt traf.

Der Wirbelsturm fegte mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 Kilometern pro Stunde über Moore hinweg. Gegen 15.00 Uhr berührte der Rüssel des Sturms den Boden, nur 16 Minuten, nachdem die Warnungen an die Gemeinden hinausgegangen waren, sagte eine Sprecherin des Nationalen Wetterdienstes von Norman der „New York Times“. Dann habe er 20 Meilen zurückgelegt und die Städte Newcastle und Moore getroffen. Fernsehbilder aus Moore zeigten die enorme Größe der dunklen Säule, die ganze Häuser zerlegte, Autos davon riss und nichts als Trümmer hinterließ.

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„Wie im Katastrophenfilm“

Mehr als 300 Häuser seien zerstört worden, hieß es. In Moore brach die Infrastruktur zusammen. Es gab kein Fließwasser und keine öffentliche Beleuchtung. Nur Generatoren lieferten noch Strom. Rettungskräfte und Einwohner suchten mit Taschenlampen verzweifelt nach Verschütteten. Es wurde befürchtet, dass die Opferzahl noch steigt. „Genau wie in dem Katastrophenfilm ‚Twister‘“, beschrieb ein Augenzeuge dem Sender CNN das Wirbelsturm-Chaos. Eine Frau berichtete, dass von ihrem Haus nur eine Wand stehen geblieben sei.

Nach Angaben der Wetterbehörde hatte der Tornado die Stärke F5 - die höchste Stufe auf der Schadensskala der Wirbelstürme. Dabei schlug der Tornado fast denselben zerstörerischen Pfad ein wie der bisher schwerste Wirbelsturm Oklahomas im Jahr 1999, bei dem 36 Menschen ums Leben kamen und mehr als 8000 Gebäude zerstört wurden.

Obama erklärt fünf Counties zum Katastrophengebiet

Präsident Barack Obama erklärte die Oklahoma-Countys Cleveland, Lincoln, McClain, Oklahoma und Pottawatomie zum Katastrophengebiet. Damit erhalten von Wirbelsturmverwüstung betroffene Bürger und Geschäftsleute Zugriff auf öffentliche Mittel für Notunterkünfte und Wiederaufbau, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Bereits am Vortag hatte eine Serie von Tornados neben Oklahoma auch in den Bundesstaat Kansas, Iowa und Illinois gewütet. (APA/dpa)


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