Autos unter die Erde und die Brücke

Bei der 5. Imster Zukunftswerkstatt stellte die Gruppe Ortsgestaltung ihre Ideen vor. Dazu gehört ein Parkhaus unter der Umfahrung.

Von Renate Schnegg

Imst –„Ein neues Kleid für Imst?“ lautete das Thema der jüngsten Zukunftswerkstatt zur Imster Stadtentwicklung. Architekt Dietmar Ewerz und Ingenieur Manfred König präsentierten die Ideen der Arbeitsgruppe (AG) Ortsgestaltung. Brennpunkte sehen sie im Bereich Johannesplatz, Pflegezentrum und Sonneplatz sowie am Jonakplatz – mit der Kramergasse als wichtigem Verbindungsglied.

Für den Jonakplatz soll „ein gescheites Nutzungskonzept erarbeitet werden, etwa ein Dienstleistungszentrum, das Frequenz in die Innenstadt bringt. Geparkt wird unterirdisch“, erklärte König. Am Sonneplatz hingegen kann sich die AG eine Verstärkung des Tourismus vorstellen.

Ewerz machte deutlich, dass Wohnen in der Stadt wieder möglich werden muss. Und warnte davor, dass in Imst „das Wohnen bereits an den Stadtrand geschwappt ist, siehe die Siedlungen Am Grettert und Auf Arzill. Man muss mit Widmungen vorsichtig sein.“ Das eigentliche Problem sei, „dass zu wenig Menschen in der Innenstadt wohnen“, bekräftigte Karl Jaksch. „Die Büros sind um 17 Uhr leer, die Stadt auch.“

Eine weitere Idee der AG Ortsgestaltung: zum Beispiel ein Parkhaus ins Brückenbauwerk der Umfahrungsstraße im Bereich Rofen zu integrieren, „die Autos direkt an der Umfahrung abzufangen, und die Leute sind trotzdem sofort in der Innenstadt“, führte König aus. Klare Forderungen der AG: den Stadtplatz autofrei machen; die Kreisverkehre künstlerisch gestalten, weil sie das Entree der Stadt sind; das gute, aber etwas verlotterte Wegenetz „durchgehend und klar zu beschildern, als Orientierung für die Fußgänger“, so Ewerz. Die Beschilderung dürfe aber kein Schnellschuss werden, sondern ein durchdachtes Leitsystem.

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Gefordert wird auch, dass die Stadt bei der Gestaltung der eigenen Gebäude als Vorbild wirkt. Im Zuge der Diskussion tauchte der vom Imster Architektur-Doyen Norbert Heltschl seit Jahrzehnten geforderte Gestaltungsbeirat auf.

Die AG Wirtschaft zeigte die jüngsten Entwicklungen in Sachen Stadtmarketing. „Die AG spricht sich für eine GmbH mit Beteiligung der Stadtgemeinde, des Imst-Tourismus und eines Wirtschaftsforums aus“, erklärte Elgar Schnegg. Hinzu kommt ein Beirat, der alle Interessen abdecken soll. Der Geschäftsführer des Stadtmarketings, auch Kümmerer genannt, „soll ein Pionier sein, der Risiko auf sich nimmt“, wie VBM Stefan Krismer meinte, und soll bis zu 70.000 Euro pro Jahr verdienen.


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