Die eigene Photovoltaikanlage ersetzt das Sparbuch

Das Elektrotechnikunternehmen Fiegl+Spielberger profitiert von der Sanierungsoffensive und setzt auf das Gebiet der Photovoltaik.

Fiegl+Spielberger ist das größte Elektrotechnikunternehmen Westösterreichs. Ein relativ neuer Bereich ist die Photovoltaik. Jetzt drängt Leitner aus Südtirol auf den Markt. Wie entwickelt sich dieses Geschäftsfeld?

Wolfgang Leitner: In Österreich ist die Stromerzeugung per Photovoltaik im Vergleich zu Ländern wie Südtirol oder Bayern noch unterentwickelt. Italien hat die Förderung der Anlagen um 90 Prozent gekürzt. Daher suchen sich Firmen aus dem Südtiroler Raum neue Märkte und drängen nach Tirol. Doch bei uns gibt es höchstens eine sehr kleine Förderung. Sie wird nie größer werden, da Österreich ein Land der Wasserkraft ist. Man steckt die Fördergelder verständlicherweise lieber in die Wasserkraft.

Worauf kommt es in Österreich beim Bau von Photovoltaikanlagen an?

Leitner: Bei uns müssen sich die Anlagen in kurzer Zeit amortisieren. Das und natürlich ökologische Gründe bewegen den Kunden, auf Photovoltaik zu setzen. Immer häufiger investieren Kunden ihr Erspartes in solche Anlagen. Denn die Zinsen auf dem Sparbuch gehen gegen null. Wenn sie hingegen Strom ins Netz einspeisen, bekommen sie vom Energieversorgungsunternehmen Geld. In etwa zwei Jahren wird die selbst produzierte Kilowattstunde in etwa gleich viel kosten wie die gekaufte, derzeit ist der Strom aus Photovoltaik noch ein paar Cent teurer.

Welche großen Projekte setzen Sie auf dem Gebiet der Photovoltaik um?

Leitner: Eine riesige Fassaden- und Dachanlage bauen wir für die technische Hochschule in Wien. Ein weiteres Projekt ist am Pitztaler Gletscher sowie in Assling, Osttirol, in Planung.

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Fiegl+Spielberger ist von der Baukonjunktur abhängig. Wie beurteilen Sie die künftige Entwicklung?

Leitner: Entgegen medial kolportierter Berichte spüren wir keinen Einbruch der Baukonjunktur. Wir im Baunebengewerbe profitieren von den vielen Sanierungen. Derzeit saniert die öffentliche Hand ihre Gebäude. In solchen Fällen ist der Bauanteil gering und der Haustechnikanteil umso größer. Da fallen einige Aufträge für uns an. Auch in der Hotellerie ist einiges los. Die Branche scheint wirklich eine der besten Saisonen der vergangenen Jahre eingefahren zu haben.

Sie haben in den vergangenen fünf Jahren den Umsatz von 45 auf 62 Millionen Euro hochgeschraubt. Wer waren die Wachstums­treiber?

Leitner: In einem Handwerk oder in einem Baunebengewerbe beschränkt nur die Anzahl der Köpfe das Wachstum. Wenn man genug Personal hat, kann man mehr Aufträge annehmen. 1993 habe ich ein Ausbildungsprogramm gestartet. Dadurch hat sich die Anzahl unserer Mitarbeiter von 200 auf 350 erhöht. Es gibt einen echten Facharbeitermangel. Dem wirken wir entgegen, indem wir sehr viele Lehrlinge und HTL-Abgänger selbst ausbilden.

Vor vier Monaten ist Fiegl+Spielberger in eine neue Zentrale übersiedelt.

Leitner: Unser neuer Firmensitz spielt technisch alle Stücke. Wir haben alles eingebaut, was Fiegl+Spielberger vertreibt. Großen Wert legten wir auf eine wohnliche Atmosphäre, diese fördert die Kreativität. Jeder Abteilungsleiter konnte innerhalb bestimmter Grenzen seine Büros selbst gestalten. Daher gibt es bei uns im Haus Großraum- neben Einzelbüros.


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