Gebauer beeinsprucht Anklage

Punkt für Punkt will Andreas Gebauer seine Anklage widerlegen. Das OLG muss prüfen.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Vor zwei Wochen wurde gegen Ex-Tiroler-Loden- und Ex-Kneissl-Geschäftsführer Andreas Gebauer seitens der Staatsanwaltschaft Innsbruck Anklage erhoben. Die Behörde sieht bei Gebauer aus seiner Kneissl-Geschäftsführertätigkeit Untreue und betrügerische Krida mit einem Vermögensschaden von 1,6 Millionen Euro für Kneissl und Gläubiger verwirklicht – die TT berichtete.

Die Anklage will der Unternehmer Andreas Gebauer jedoch nicht hinnehmen und hat sie über Anwalt und Strafverteidiger Markus Orgler beeinsprucht. 25 Seiten umfasst dabei Orglers Einspruch an das Oberlandesgericht (OLG).

Hierbei geht der Anwalt mit den Behörden scharf ins Gericht: „Dieses Ermittlungsverfahren wäre entweder einzustellen oder fortzuführen gewesen. Wie angeklagt, entbehrt es aber jeder Grundlage. Hier wurde Wesentliches nicht berücksichtigt. Dabei hätten wir alle nur erdenklichen Unterlagen zur Verfügung gestellt“, kritisierte Orgler gestern gegenüber der Tiroler Tageszeitung die neuerliche Verfolgung seines Mandanten durch die Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Orgler betont für Andreas Gebauer, dass es derzeit überhaupt nur drei Gläubiger gebe, die Forderungen an ihn stellen. Zwei davon seien in der Anklage genannte Banken: „Bei der ersten Bank bestanden zu Forderungen auch Gegenforderungen. Nachweislich ist hier alles bis auf den letzten Cent beglichen. Bezüglich der Forderung der Investitionsbank des Landes Brandenburg ist festzuhalten, dass sie zum angeklagten Zeitpunkt noch nicht einmal rechtskräftig war“, erklärte Orgler.

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Das einstige Bruttogehalt von 20.000 Euro aus einem Werkvertrag habe zudem die Abgeltungen aller von Gebauer beauftragten Leistungen für Kneissl beinhaltet. Auch die Begleichung eines noch offenen Wohnungsdarlehens durch die Kneissl GmbH relativiert der Anwalt: „Kneissl überwies zwar 90.000 Euro, bezahlte jedoch exakt diesen Betrag weniger für eine Provisionsschuld.“ Dem Vernehmen nach ging es dabei um einen noch weit höheren Betrag für die erfolgreiche Vermittlung des damaligen Neo-Investors Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber.

Auch den angeklagten Forderungsverzicht von Kneissl gegenüber der Star Lounge Innsbruck sieht Orgler weit weg von strafrechtlicher Relevanz: Sei die Schuldübertragung von 500.000 Euro doch vom Wirtschaftsprüfer als Reorganisationsbedarf festgestellt und durch den Masseverwalter umgesetzt worden.

Sollte es zum Prozess kommen (es drohen bis zehn Jahre Haft), wischt Orgler übrigens Gerüchte über Fluchtgefahr beiseite. „Wir sind noch zu jedem Termin pünktlich erschienen. Mein Mandant ist in der Mongolei unternehmerisch tätig, in Tirol aber sozial integriert. Wie jeder international Tätige ist Andreas Gebauer viel unterwegs!“


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