Schneise der Verwüstung: Aufbau in Oklahoma wird Milliarden kosten

In Oklahoma beginnt zwei Tage nach dem verheerenden Tornado das große Aufräumen. Während die Suchmannschaften ihre Arbeit beenden, fängt der Wiederaufbau an. Ersten Einschätzungen zufolge soll er mehrere Milliarden Dollar kosten.

Oklahoma City - Nach dem verheerenden Tornado in Oklahoma sind die Rettungsarbeiten weitgehend beendet. Wie der Sender CNN am Mittwoch berichtete, gehe es nun vor allem ums Aufräumen. Seit den ersten Stunden nach dem Wirbelsturm seien keine weiteren Leichen oder neue Überlebende gefunden worden. Offiziellen Angaben zufolge starben rund um die Stadt Moore durch den Wirbelsturm 24 Menschen, mehr als 230 wurden verletzt. Mit weiteren Leichenfunden rechneten die Behörden nicht mehr.

Das Unwetter war am Montag mit rund 320 Kilometern pro Stunde durch die Kleinstadt und die umliegende Region gefegt. Der Tornado hinterließ stellenweise eine gut drei Kilometer breite Spur der Verwüstung, 2.400 Häuser seien zerstört worden, sagte der Sprecher des Oklahoma-Notfallmanagements, Jerry Lojka, dem Nachrichtensender CNN. 10.000 Bürger seien von den Folgen des Wirbelsturms direkt betroffen. Der Nationale Wetterdienst ordnete den Wirbelsturm auf der Fujita-Skala der höchsten Stufe der Schadensklassifikation EF-5 zu.

US-Präsident Barack Obama sprach von „einem der zerstörerischsten Tornados in der Geschichte“. Die Rettungs- und Wiederaufbauarbeiten müssten nun dringend vorangetrieben werden. Die Region erhalte alles, was sie brauche, von der Regierung, versprach er.

Tornado dürfte Versicherer Milliarden kosten

Die Schäden durch den Tornado dürften die Versicherungsbranche nach einer Behörden-Einschätzung eine Milliardensumme kosten. Allerdings ist das ganze Ausmaß der Verwüstungen noch gar nicht klar. Die versicherten Schäden könnten sich auf mehr als eine Milliarde US-Dollar (mehr als 0,77 Milliarden Euro) summieren, sagte Kelly Collins von Oklahomas Versicherungsbehörde.

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Die Gebäude zu ersetzen, würde nach einer Analyse des Versicherungsdienstleisters AIR Worldwide sogar mehrere Milliarden Dollar kosten. Beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re hieß es, für eine konkrete Einschätzung der Schäden sei es noch zu früh.

Region schlecht vorbereitet?

Unterdessen wurden Fragen in den Medien laut, ob die Stadt Moore ausreichend Schutz in sicheren Kellern und speziellen Sturmschutz-Räumen für die Einwohner bot. Immerhin erlebte dieselbe Region 1999 einen ähnlichen Tornado, der 46 Menschen tötete und rund 8.000 Gebäude zerstörte.

Mit einem Schaden in Höhe von damals rund 1,5 Milliarden Dollar war dies der bis dahin teuerste Tornado der US-Geschichte. Oft sind Gebäude der Region im Leichtbau errichtet. Medienberichten zufolge hatten Menschen am Montag sogar versucht, sich in Tiefkühlschränken zu verschanzen. Der Sturm zerstörte auch zwei Volksschulen von Moore. Neun der Toten seien Kinder, sagte die Sprecherin der Gerichtsmedizin von Oklahoma, Amy Elliott.

Die Helfer wollten alle zerstörten Gebäude mindestens dreimal durchsuchen, berichtete Feuerwehrchef Gary Bird dem Sender CNN. „Wir haben den Eindruck, dass es statt um Such- und Rettungsarbeiten jetzt um Wiederaufbau geht“, sagte der Bürgermeister von Moore, Glenn Lewis. Die Verwüstung in der Vorstadt von Oklahoma City sei so katastrophal, dass neue Straßenschilder angefertigt würden, damit sich die Einwohner halbwegs in der nun völlig andersartigen Umgebung orientieren könnten, sagte Lewis den Sender.

NBA-Star Durant spendet eine Million Dollar für Opfer

Basketball-Superstar Kevin Durant und sein Club Oklahoma City Thunder haben je eine Million Dollar für die Tornado-Opfer gespendet. „Ich bete für die Opfer der Tornados in den letzten Tagen in Oklahoma City“, twitterte Durant am Dienstagabend.

Auch die nordamerikanische Profiliga NBA und die NBA-Spielergewerkschaft stellten spontan eine Million Dollar an Unterstützungsgeld für die Opfer zur Verfügung. Offiziellen Angaben zufolge kamen bei dem Wirbelsturm 24 Menschen ums Leben, mehr als 230 wurden verletzt. (APA, dpa, TT.com)


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